Bundeswehr in Afghanistan ?

2. November 2009

Bundesweite Kampagne gegen Krieg 20.11.- 28.11.2009

Das Mandat für die deutschen Soldaten in Afghanistan läuft am 13. Dezember aus, weshalb der Bundestag es Ende November/Anfang Dezember verlängern wird. Es wird eine der ersten wichtigen Abstimmungen des neuen Bundestags sein und ist für die Friedensbewegung eine Chance, zu zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen den Krieg in Afghanistan ist.

Dafür sollen im Rahmen der Kampagne „Truppen raus aus Afghanistan“ zwischen 20. und 28. November in möglichst vielen Städten und Stadtteilen Abstimmungen über die Verlängerung des Mandats gemacht werden. Wir geben den Menschen in Fußgängerzonen, vor Betriebseingängen, Universitäten, Schulen usw. die Chance, mit einem Stimmzettel ihre Meinung über den Bundeswehreinsatz auszudrücken. Am Ende sollen die Ergebnisse aller Abstimmungen in Deutschland zusammengezählt werden. Das Ergebnis wird allen Bundestagsabgeordneten zugeschickt, zusammen mit der Aufforderung, entsprechend abzustimmen.

Aus dem „Leitfaden für die abstimmungsaktion der Kampagne „Truppen raus aus Afghanistan“

Abzug der Bundeswehr!

Die Friedensbewegung ruft alle dazu auf, sich gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes zu engagieren und überall die Debatte für Frieden in Afghanistan energisch zu führen!

Aus dem Flyer der Kampagne  

 

Informationen, Hintergrund und Material unter:

http://www.afghanistandemo.de/

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/

Anlässlich des NATO-Gipfeltreffens Anfang April 2009 werden Polizei und Bundeswehr, in Zusammenarbeit, über eine ganze Region, zwischen Baden-Baden und Strasbourg, den Ausnahmezustand verhängen. Auch wenn die Bundeswehr laut Grundgesetz im Inland nicht eingesetzt werden darf, wird sie immer öfter, im Rahmen der so genannten Amtshilfe oder der Hausrechtseinsätze tätig. Die für die Inlandseinsätze der Bundeswehr geltenden Einschränkungen durch das Grundgesetz werden mittels der Amtshilfe umgangen. Hier wird durch die Initiative der Bundeskoalition immer weiter versucht das Grundgesetz so zu Manipulieren, um Inlandseinsätze zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bundeswehr, bedeutet und das nicht nur für die Teilnehmer der zu erwartenden Proteste und Aktionen gegen den NATO-Gipfel, das die vom Grundgesetz garantierten Rechte der Menschen, auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit und damit des Recht auf freie Meinungsäußerung, weiter massiv bedroht und missachtet werden.

Aus einem Artikel der sich mit der Antwort der Bundesregierung, zu den zwei kleinen Anfragen, seitens der Bundestagsfraktion der Linken, zur Amtshilfe und Hausrechtseinsätzen beschäftigt, von Ulla Jelpke (http://www.ulla-jelpke.de/news_detail.php?newsid=1188), der innenpolitischen Sprecherin der Linken:

Gab es bis 1999 gerade mal eine Amtshilfe im Jahr, so waren es 2007 schon 16. Im Jahr 2008 stieg die Zahl dann auf 30. Auch die Zahlen für so genannte Unterstützungsleistungen Dritter steigen rasant an. Im Gegensatz zur Amtshilfe können dabei nicht nur Behörden, sondern auch Privatvereine und beispielsweise Rüstungsfirmen Einsätze der Bundeswehr beantragen. Zwischen den Jahren 2000 und 2007 pendelten die Zahlen zwischen 11 und 32. Im Jahr 2008 waren es 74.2. Auch bei den Hausrechtseinsätzen, bei denen der Bundeswehr das Hausrecht von zivilen Einrichtungen oder öffentlichen Räumen erhält, um diese – anstatt der Polizei – mit „Handwaffen“ und anderen „verhältnismäßigen Mitteln“ zu schützen, ist eine ähnliche Zunahme zu verzeichnen: „Seit Anfang 2005 haben solche Militärkommandos mindestens 927 Mal in Rathäusern, Fußgängerzonen oder Stadien das Kommando übernommen.

Nachdem die Regierung mit ihrem Plan einer Verfassungsänderung gescheitert ist, versucht sie es nun mit einer Militarisierung durch die Hintertür“, kritisierte Ulla Jelpke laut eines Artikels bei Neues Deutschland (http://www.neues-deutschland.de/artikel/144229.militarisierung-durch-die-hintertuer.html ).

Noch, zumindest laut Grundgesetz, gibt es Begrenzungen für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. So darf sie nur in Krisen- oder Katastrophenfällen im Rahmen der Amtshilfe oder Hausrechtseinsätzen im Inneren eingesetzt werden. Sie darf bei dieser Art von Einsätzen nichts von ihrer Ausrüstung benutzen was nicht auch der Polizei an Ausrüstung zur Verfügung steht. Das bedeutet zum Beispiel, keine Schwere Bewaffnung, Panzer und dergleichen. Tja, eigentlich! Zum Einsatz von Kampfflugzeugen und Spähpanzern der Bundeswehr, bei dem G8-Gipfel in Heiligendamm, kam es trotz dieser Gesetzeslage. Auch die zur Fußball WM 2006 in den Stadien eingesetzten Bundeswehrsoldaten mußten hinsichtlich ihrer Bewaffnung, die dann doch wohl eher zu den Materialien der Bundeswehr gezählt werden muß, scheinbar nicht auf Recht und Gesetz achten. Zudem lassen sich die eh schon sehr schwammig Formulierten Begriffe wie Krisen und Katastrophenfall oder Unterstützungsleistungen die ja sowiso an kein Recht gebunden zu sein scheinen in verschiedenster Weise Interpretieren und lassen somit unserer politischen Führung genug Raum je nach Stimmung und Gesinnung zu Handeln. Und momentan ist man dort eben damit zu gange die Trennung von Bundeswehr und Polizei immer mehr aufzuheben, „es geht darum, die Bundeswehr sowohl konkret in Einsatz zu bringen, aber sie auch als politisches Gewicht zur Überzeugung und zur Beeinflussung von Situationen heranzuziehen.“ Sagt Claudia Haydt. Claudia Haydt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Bundestagsfraktion der Linkspartei und engagierte bei IMI, die Aussage stammt aus einem Gespräch über das Thema „Homeland Security“ mit Christoph Hönow und Silvio Duwe welches am 19.02.2009 bei Telepolise erschien (http://www.imi-online.de/2009.php3?id=1909). Claudia Haydt stellt darin unter anderem fest: „Wenn man um die Herstellung von Sicherheit und um den Erhalt bürgerlicher Freiheiten besorgt ist, dann müssen wir klar für eine Aufgabenteilung kämpfen. Das Militär, wenn man es überhaupt braucht, hat eine Aufgabe, nämlich Feinde militärisch zu bekämpfen, die Polizei hat eine Ermittlungsaufgabe, und beides muss man fein säuberlich trennen, wenn man nicht zusätzliche Gefährdungslagen entstehen lassen will. Die Bundeswehr ist eben nicht für polizeiliche Arbeit ausgebildet, sondern für das Bekämpfen von Gegnern. Ihrer Ansicht nach wird die Zivilbevölkerung, im Inland wie im Ausland, zum gegner gemacht, der Punkt dabei ist, so Haydt, das diese Maßnahmen gar nicht so sehr gegen Terroristen gerichtet sind, „sondern dass es gegen die eigene Bevölkerung gerichtet ist. Dahinter könnte etwa die Angst stecken, dass zum Beispiel Streiks so stark werden könnten, dass sie eine wirtschaftliche Auswirkung haben. Man hat Angst davor, als Staat erpressbar zu sein von streikenden Energiearbeitern zum Beispiel, und will die Möglichkeit haben, ein Gegendrohpotential zu entfalten. Und je mehr wir in einem armen Land leben, je mehr die Not zunimmt, desto mehr wird das auch als Notstand definiert und desto mehr müssen wir dann auch mit Bundeswehreinsätzen im Inneren rechnen.

Weitere interessante Information des Gesprächs mit Frau Haydt sind das die Bundeswehr auf Kreis und Landesebene, „ihren Anspruch, Experte für Krisenlösung und Katastrophenhilfe zu sein“ bereits erreicht hat, „ohne die Bundeswehr ist dort Krisen- oder Katastrophenhilfe schon gar nicht mehr möglich.“ Sie sind durch sogenannte „Bezirksverbindungskommandos“ in die ziviele Strukturen der Bezirke und Kreise integriert, so Haydt. Und weiter: „Rein faktisch und praktisch war es für die Bundeswehr notwendig, wenn sie den Anspruch auf Ordnung im Inneren weiter aufrecht erhalten will, dass sie auch weiter präsent ist. Sie hat das nun systematisch gemacht, viel systematischer als das vorher der Fall war.“ Zivile Fähigkeiten werden Stück für Stück abgebaut, das Militär macht sich immer unabkömmlicher. Es wird nach und nach zur einzigen Kraft die zivilen Schutz im Katastrophenfall bieten kann. Es kann schließlich definieren, was der Notfall räumlich und inhaltlich ist und das außerhalb der Anweisungs- und Rechenschaftsstrukturen der jeweiligen kommunalen Strukturen. In gewisser Weise entstehen dadurch in den zivilen und eigentlich demokratisch kontrollierbaren Strukturen kontrollfreie Räume in denen die Bundeswehr das Sagen hat.“ Stellt Claudia Haydt im Gespräch klar.

Es war „eine politische Entscheidung zu sagen, wir wollen die Bundeswehr aber im zivilen Kontext auch als Krisenlösungsfaktor installiert haben. Das war der Auslöser dafür, in Deutschland wie in anderen Ländern eine Art Homeland Security zu installieren. Diese Homeland Security wurde über die Bezirksverbindungskommandos installiert“.

Lese den gesamten Text : Hier http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29750/1.html oder Hier http://www.imi-online.de/2009.php3?id=1909 .

Der Krisenfall, der Angriff auf kritische Infrastruktur, kann ziemlich weit gefasst werden. Das heißt, eine Bekämpfung dieses Krisenfalls könnte auch bedeuten, dass im Zweifelsfall Soldaten gegen streikende Mitarbeiter oder gegen Menschen, die zum Beispiel Umweltproteste durchführen, eingesetzt werden können . Wenn das als Krise oder Terrorismus definiert ist, ist eben diese Einsatzschwelle gegeben.“ Claudia Haydt

 

Gegen das globale “Sicherheitsregime”

Aufruf zum „Summer of Resistance 2009“

Quelle: http://euro-police.noblogs.org/post/2009/03/23/resistance-2009

Gegen NATO, G20, G8, Frontex und das “Stockholm Programm”!
Sicherheitsarchitekturen einstürzen!

Seit Ende des letzten Jahrtausends findet innerhalb der EU ein Umbau der “Sicherheitsarchitektur” statt, der durch die Anschläge des 11. September 2001 in den USA nochmals beschleunigt wurde. Sichtbare Phänomene sind z.B. die Verschränkung innerer und äußerer Sicherheit, ein “Pooling” von Verfolgungsbehörden und Nachrichtendiensten und ein vereinfachter Datenaustausch.
Auf technischer Ebene werden wir konfrontiert mit neuen digitalen Überwachungskameras, Satellitenbeobachtung, Biometrie, Drohnen, Software zur intelligenten Suche in Datenbanken und neuen, breitbandigen Netzen zur Verwaltung dieser immensen digitalen Datenflut.
Neue Institutionen und Behörden wurden geschaffen, darunter das “Europäische Polizeiamt” Europol, die Polizeiakademie CEPOL, die “Grenzschutzagentur” Frontex oder der “Ausschuss für die operative Zusammenarbeit” aller polizeilichen Einrichtungen der EU samt ihrem geheimdienstlichen Lagezentrum.
Auf Initiative der damaligen französischen Verteidigungsministerin (und jetzigen Innenministerin) Michèle Alliot-Marie wurde 2004 die “Europäische Gendarmerietruppe” (EGF) eingerichtet. Die EGF soll in Krisengebieten die “Öffentliche Ordnung” gewährleisten, Aufstandsbekämpfung betreiben, geheimdienstliche Informationen beschaffen und Eigentum schützen.

Die Sicherheitsindustrie dürfte einer der wenigen Zweige sein, der von der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus und den daraus resultierenden Kämpfen gewaltig profitiert. Europas Polizeien bereiten sich auf Protest und Widerstand gegen die Auswirkungen der Krisen vor.

Selbst der Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds IWF räumt ein, dass zukünftig mehr Aufstände zu erwarten sind.
Die Institutionen der “führenden Wirtschaftsnationen” sind gezwungen, sich neu zu organisieren. Die diesjährigen “Gipfeltreffen” der NATO, G8 und G20 sind für diese Neuordnung von zentraler Bedeutung. Themen wie Klima, Migration oder Landwirtschaft werden als sicherheitspolitische Risiken zur Bedrohung eines “westlichen Lebensstils” betrachtet.
Innerhalb der Europäischen Union finden innenpolitische Veränderungen statt, deren Auswirkungen gegenwärtig kaum einschätzbar sind.

Alle fünf Jahre beschließen die Innen- und Justizminister der EU neue Richtlinien einer gemeinsamen Innenpolitik. Das “Tampere-Programm”, 1999 unter finnischer Präsidentschaft beschlossen, hatte hauptsächlich eine “Steuerung der Migrationsströme” zum Inhalt. Neben der Aufwertung der Polizeibehörde Europol wurde die Einrichtung einer “Task Force der europäischen Polizeichefs” beschlossen, die sich mit “internationalem Terrorismus” und “gewalttätigem politischem Aktivismus” beschäftigt.

2004 wurde mit dem “Haager Programm” die Schaffung eines “Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts” verabredet. Wieder wurden Verschärfungen in der Migrationspolitik beschlossen, darunter der Aufbau der “Grenzschutzagentur” Frontex und das Abfangen von Flüchtlingen bereits in ihren Herkunftsländern. Das “Haager Programm” stellte die “Abwehr von Terrorismus” in den Mittelpunkt. Auf der Ebene des Informationsaustauschs und der Zusammenarbeit galt fortan das “Prinzip der Verfügbarkeit”.

Die Richtlinien von 2004 sind bereits von vielen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt: Vereinheitlichung der “Terrorismus”-Gesetzgebung, Vorratsdatenspeicherung, Ausbau bestehender Datenbanken und gemeinsamer Zugriff darauf, grenzüberschreitende Polizeizusammenarbeit z.B. bei Sportereignissen oder politischen Massenprotesten, “Border Management”, Fingerabdrücke bei Antrag auf EU-Visum, ab 2009 biometrische Identifikatoren in neuen Ausweispapieren, Ausbau der Sicherheitsforschung, Zusammenarbeit in Strafsachen, Polizei im Ausland etc.

Das “Haager Programm” läuft aus, ein neues Programm soll nun im Herbst 2009 in Stockholm unter schwedischer EU-Präsidentschaft verabschiedet werden.

Während des deutschen EU-Vorsitzes 2007 schuf der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble mit dem damaligen EU-Kommissar für Inneres (“Justice and Home Affairs”), Franco Frattini, die “Future Group”. Diese “Future Group” bezeichnet sich selbst als “informelles Gremium” europäischer Innenminister, das Leitlinien europäischer Innenpolitik erarbeitet. Zur Verabschiedung des neuen “Stockholm Programms” hat die “Future Group” eine Wunschliste für “Polizeikooperation, Kampf gegen den Terrorismus, Management von Missionen in Drittstaaten, Migration und Asyl sowie Border Management, Zivilschutz, neue Technologien und Informationsnetzwerke” vorgelegt. Prioritäten sind das “Aufrechterhalten des ‘Europäischen Modells’”, “Bewältigen der zunehmenden Abhängigkeit zwischen innerer und äußerer Sicherheit” sowie die Gewährleistung eines “bestmöglichen Datenflusses innerhalb europaweiter Netzwerke”.

Die Maßnahmen, die in Stockholm beschlossen werden sollen, sind erst in einigen Jahren mit ihrer Ratifizierung in den Mitgliedsstaaten spürbar. Es stehen tiefgreifende Veränderungen auf dem Spiel: Ausbau und Vereinheitlichung von Polizei-Datenbanken, ein zentrales Bevölkerungsregister, “grenzüberschreitende Onlinedurchsuchung”, mehr Kontrolle des Internet, bessere Satellitenüberwachung, “Risikoanalyse” mittels Software, “e-borders” und “e-justice”, gemeinsame Abschiebeflugzeuge und – flüge, neue Flüchtlingslager in “Drittstaaten”, Einsatz des Militärs zur Migrationsabwehr, mehr polizeiliche Interventionen außerhalb der EU, Ausbau der paramilitärischen “Europäischen Gendarmerietruppe”, mehr Zusammenarbeit der In- und Auslandsgeheimdienste etc.
Angestrebt wird eine Art innenpolitische NATO mit der Schaffung einer “euro-atlantischen Kooperation im Bereich Freiheit, Sicherheit und Recht” ab 2014.

Auch in der NATO wird europäischer Innenpolitik eine zentrale Rolle beigemessen. Einerseits werden immer mehr Polizeimissionen in “Drittstaaten” lanciert, die dort Aufgaben der Militärs verrichten, Aufstände niederschlagen und lokale Polizeien trainieren. Zum anderen spielen NATO-Strategen den europäischen Innenministern den Ball gern zurück und verweisen auf die Wichtigkeit europäischer “Homeland Security”, ohne die eine “starke Verteidigung” nach außen nicht möglich sei. Die NATO sieht sich als Garant der “Sicherheit kritischer Infrastruktur” (z.B. Energie, Transport, Kommunikation) innerhalb der Mitgliedsländer.
Das Strategiepapier “Towards a Grand Strategy for an Uncertain World” von fünf Ex-Generälen, die in der Rüstungsindustrie verankert sind, fordert den Ausbau der “zivil-militärischen Zusammenarbeit”. Als “zivile Elemente” gelten z.B. Polizei, Nachrichtendienste, Forschung, Akademien, Zivilschutz, aber auch die private Sicherheitsindustrie. Die NATO will verstärkt auf die “Europäische Gendarmerietruppe” zurückgreifen.
Mit der “zivil-militärischen Zusammenarbeit” verschärft sich die Militarisierung sozialer Konflikte, unterfüttert durch innenpolitische Aufrüstung und neue “Anti-Terror”-Gesetze.

Der frühere EU-Kommissar für “Justice and Home Affairs”, Franco Frattini, wechselte nach den Wahlen in Italien 2008 ins Kabinett Berlusconis. Als neuer Außenminister ist er nun zuständig für den G8 auf der sardinischen Insel La Maddalena. Frattini sieht “Sicherheit” als zentrales Profil der neuen G8-Strukturen: “Europa kann, statt bloß Konsument, ein Produzent von Sicherheit werden. EU und NATO müssen sich aber integrieren statt sich zu überlagern. Wir werden diesen Gedankengang im Rahmen des G8 wieder aufgreifen”.
Italien verabschiedet “Sicherheitspakete” mit weitreichenden Verschärfungen für MigrantInnen. Nachdem die EU Lybien bereits mit Finanzhilfe zur Flüchtlingsabwehr ausgestattet hatte, hat auch Italien ein neues Kooperationsabkommen mit der lybischen Regierung unterzeichnet. Der italienische Rüstungskonzern Finmeccanica liefert Schnellboote, das Innenministerium freut sich dass Migration nun “auf null” reduziert würde.
Frattini bereiste Anfang 2009 Angola, Sierra Leone, Senegal und Nigeria um “Rücknahmeabkommen” für MigrantInnen auszuhandeln, die Länder mit Flüchtlingslagern auszustatten und fälschungssichere Pässe einzuführen. Es geht um Rohstoffsicherheit und ihre polizeiliche Durchsetzung: Im Gegenzug räumt Frattini den Regierungen eine Audienz beim G8-Gipfel ein, um den “Dialog zwischen erdölproduzierenden und – konsumierenden Ländern zu fördern”. Im Gefolge Frattinis reiste der italienische Polizeichef, um sofort die Umsetzung neuer Verträge zur Polizeiausbildung und Kooperation einzuleiten.

Als Auswirkungen des Zusammenbruchs des globalen Kapitalismus werden weltweit mehr Aufstände erwartet. Mit den jüngsten Riots in Griechenland, Island, Schweden, Litauen, Lettland, Bulgarien, Frankreich, Guadeloupe und Lampedusa ist Europa unmittelbarer Austragungsort heftiger Widersprüche und militanter Kämpfe geworden. Die in den zahlreichen Richtlinien, bilateralen Abkommen und Verträgen der letzten Jahre abgestimmten Maßnahmen für “Europa als Raum von Freiheit, Sicherheit und Recht” werden längst gegen antikapitalistischen Widerstand in Stellung gebracht, radikale Projekte und Bewegungen mit Ermittlungen und Verfahren nach “Terrorismus” überzogen. “Gemeinsame Ermittlungsgruppen” forschen, unterstützt von Europol, internationale Netzwerke aus. Handbücher und Datenbanken über “Troublemaker” sollen Proteste bei internationalen Großereignissen unter Kontrolle bringen.

Widerstand gegen die Zunahme von Überwachung und Kontrolle, gegen Repression und Aufstandsbekämpfung bleibt noch viel zu oft auf nationalstaatlicher Ebene stecken.
Wir rufen deshalb dazu auf, 2009 in mehreren grenzüberschreitenden Mobilisierungen die Entwicklung eines transnationalen Kampfes gegen die “Sicherheitsarchitekturen” voranzutreiben, egal ob sie von der NATO, den G8 oder EU zusammengezimmert werden sollen.
Wir sehen den Aktionstag zum NATO- Gipfel als Auftakt einer Kampagne für einen “Summer of Resistance 2009” gegen das globale “Sicherheitsregime”:

1. – 5. April | Frankreich/ Deutschland | NATO-Gipfel in Strasbourg, Baden-Baden und Kehl
8. – 10. Juli | Italien | G8-Gipfel | La Maddalena
25. – 31. August | Griechenland | no border camp | Lesvos
November oder Dezember | Schweden | Treffen der EU Innen- und Justizminister | Stockholm

Sicherheitsarchitekturen einstürzen!

¡No Pasarán! France | Gipfelsoli | Dissent! France | NoLager Bremen | Resistance des deux rives / Widerstand der zwei Ufer | transact | six hills Berlin | kein mensch ist illegal Hanau

Tobias Pflüger ist Mitglied des Europäischen Parlaments
Und im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung e.V

Der Motoradclub MC Kuhle Wampe Freiburg ( http://www.freiburg.kuhle-wampe.de/frame.html ) hatte für den 12. März zu einem Informationsabend mit Tobias Pflüger geladen. Aus dem Fleyer zu dieser Veranstaltung:

Die NATO als Waffe des Westens

Die Mitgliedstaaten der NATO – und damit auch die meisten Staaten der EU arbeiten seit dem Zusammenbruch der UdSSR und dem damit verbundenen Ende des kalten Krieges beharrlich und zielstrebig an einer Erweiterung des Verteidigungsbegriffs mit dem Ziel, weltweit militärische „Interventionen“ zu ermöglichen. Es ist zu erwarten, dass auf den NATO-Gipfel in Strasbourg ein weiterer großer Schritt auf diesem Weg vereinbart werden soll. Tobias Pflüger ist seit vielen Jahren ein ausgewiesener Experte für Friedenspolitik. Als Mitglied des Europäischen Parlaments hat er einen Arbeitsschwerpunkt in der Außen- und Militärpolitik der Europäischen Union.

Bei http://linksunten.indymedia.org/de/node/1296 gibt es einen Audio-Mitschnitt dieses Vortrages sowie mehr Informationen über andere Info-Veranstaltungen im Vorfeld des NATO Gipfels am 3. und 4. April.

 

In einem gemeinschaftlichen Aufruf „60 Jahre Heckler & Koch – Kein Grund zum Feiern!“ rufen die ökumenische Aktion Ohne Rüstung Leben (ORL), die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), das RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.), die katholische Friedensbewegung Pax Christi und lokale Friedensgruppen zu einer ganzjährigen Informations- und Aktionskampagne anläßlich des 60. Geburtstages von Heckler & Koch auf. Mit einer Auftaktveranstaltung am 6. und 7. März in Rottweil und Oberndorf startete nun die geplante Kampagne der Friedensbewegung die sich an erster stelle gegen den Waffenproduzenten und Waffenexporteur Heckler & Koch und sowohl als auch an die Adresse der Bundesregierung und deren Rüstungsexportpolitik richten soll.

Seit 60 Jahren exportiert das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch den Tod in alle Welt, so die Friedensaktivisten. In einer Presseerklärung vom 3. März anläßlich des startes der Kampagne heißt es: Mit einer ganzjährigen Informations- und Aktionskampagne wollen die Friedensaktivisten darüber aufklären, „dass Heckler & Koch mit Direktexporten und Lizenzvergaben für Sturmgewehre und Maschinenpistolen Öl ins Feuer bestehender Konflikte gießt“, beschreibt Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben ein Ziel der Aktionen.

Und weiter:

Ein wichtiges Ziel der Kampagne ist auch der Stopp von Waffenexporten. „Wenn man bedenkt, dass in Krisen- und Kriegsgebieten durchschnittlich alle 14 Minuten ein Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer Heckler-Waffe stirbt, kann man nicht ruhigen Gewissens das 60-jährige Firmenjubiläum feiern!“ meint Jürgen Grässlin, Bundesssprecher der Deutschen Friedensgesellschaft DFG-VK.( Quelle: http://www.rib-ev.de/ )

Alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch H&K-Waffe“ so auch die Überschrift eines Artikels der Tageszeitung Junge Welt ( http://www.jungewelt.de/2009/03-06/005.php ) vom 6. März:

Ein Gespräch mit Jürgen Grässlin

(…)Im Vergleich zu Rüstungsgiganten wie EADS oder Rheinmetall erscheint die Gewehrfirma Heckler & Koch (H&K) eher wie ein David unter den Rüstungsschmieden.

H&K ist Europas führender Pistolen- und Gewehrproduzent. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind bis heute mit H&K-Waffen erschossen, weitaus mehr verwundet und verstümmelt worden. Durchschnittlich alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer H&K-Waffe. In diesem Sinne könnte man vom tödlichsten deutschen Unternehmen sprechen.

Weiterlesen: http://www.jungewelt.de/2009/03-06/005.php

Abschließend folgt die Dokumentation des Redebeitrags von Jürgen Grässlin anlässlich der Demonstration „Maskerade des Todes“ in Oberndorf am 7. März 2009 Quelle: http://www.rib-ev.de/ :

Maskerade des Todes

Am 28. Dezember 1949 gründeten drei Ingenieure der Oberndorfer Waffenfirma Mauser – Heckler, Koch und Seidel – das neue Unternehmen Heckler & Koch. Bereits im Jahr 1951 erfolgte die Vorführung des ersten Prototyps für das spätere G3-Gewehr vor dem spanischen Diktator Francisco Franco. Im Juli 1955 begann Serienfertigung von 5000 Sturmgewehren für die spanischen Streitkräfte. Angesichts der schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs galt im Nachkriegsdeutschland zu Recht ein Waffenproduktionsverbot. Anfangs entwickelte die Firma Heckler & Koch zivile Produkte – und begann dennoch schnellstmöglich wieder mit der Waffenproduktion.

Die Gründung von H&K im Jahr 1949, die Umstellung von der zivilen auf die militärische Fertigung und die Rüstungszusammenarbeit mit dem diktatorischen Franco-Regime sind kein Grund zum Feiern!

Im Jahr 1952 erfolgte die Verlagerung der Firmenzentrale aus dem engen Neckartal in den oberhalb gelegenen Stadtteil Oberndorf-Lindenhof, die frühere Adolf-Hitler-Siedlung. 1958 erwarb der Bund die G3-Lizenz. In den Folgejahren wurde das Sturmgewehr zur Standardwaffe der Bundeswehr.
In einer CDU/CSU-SPD-FDP-Allparteienkoalition vergaben die Bundesregierungen in den Sechziger und Siebziger Jahren fünfzehn G3-Lizenzen zum Nachbau des Schnellfeuergewehrs an Portugal (1961), Pakistan (1963), Schweden (1964), Norwegen (1967), Iran (1967), Türkei (1967), Saudi-Arabien (1969), Frankreich (1970), Thailand (1971), Brasilien (ca. 1976), Griechenland (1977) und Mexiko (1979). Weitere G3-Lizenzen erhielten Myanmar/Birma, die Philippinen und Malaysia. Kein anderes Gewehr kann derart viele Lizenzvergaben verzeichnen. Damit tragen die Bundesregierungen, gleich welcher parteipolitischen Couleur, massiv Mitschuld an der Globalisierung des Handfeuerwaffenmarktes.

Die Vergabe der G3-Gewehrlizenzen und die damit verbundene unkontrollierte Verbreitung von H&K-Waffen auf den Schlachtfeldern der Welt sind kein Grund zum Feiern!

Nach Untersuchungen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes sterben rund 63 Prozent – also zwei von drei Menschen – bei Kriegen und Bürgerkriegen durch Gewehrkugeln. Heckler & Koch ist Europas größter Gewehrproduzent. Ganz legal, mit Genehmigung der jeweils amtierenden Bundesregierung, belieferte Heckler & Koch mindestens 88 Staaten mit Waffen. Damit ist Heckler & Koch deutscher Rüstungsexportmeister. Durch Direktexporte, Lizenzfabrikationen sind H&K-Waffen – abgesehen von der Antarktis – auf allen Kontinenten im tödlichen Einsatz. Weltweit wurden und werden mit rund 11 Millionen Heckler & Koch-Waffen Menschen bei Kriegen und Bürgerkriegen getötet.
Unerbittlich tickt die Heckler-Uhr. Seit rund fünfzig Jahren stirbt durchschnittlich alle 14 Minuten ein Mensch durch eine Kugel aus einer H&K-Waffe, die von Heckler & Koch entwickelt worden ist. Seit Gründung der Firma Heckler & Koch im Dezember 1949 wurden mehr als 1,5 Millionen Menschen mit H&K-Gewehren erschossen. Wer sich diese Opferzahlen vor Augen hält, kann zu dem Schluss kommen, dass Heckler & Koch die tödlichste deutsche Firma der Nachkriegsgeschichte ist.

Das weltweite Massenmorden mit H&K-Waffen ist kein Grund zum Feiern!

Seit einem halben Jahrhundert sind Heckler & Koch-Waffen auf den Schlachtfeldern in aller Welt im Einsatz. Schuld daran sind neben den Direktexporten auch die Lizenzvergaben an NATO-Staaten.
So erhielten Portugal, Griechenland und die Türkei jeweils eine G3- und eine MP5-Lizenz, Frankreich und Norwegen eine G3-Lizenz und Großbritannien eine MP5-Lizenz, wobei in England auch G3-Gewehre gefertigt wurden. Griechenland und Portugal erhielten zudem eine Lizenz für das Maschinengewehr HK21, Griechenland zudem eine Lizenz für die Pistole P7, Italien eine Lizenz für das Sturmgewehr G41, Griechenland eine Lizenz für die Maschinenpistole HK53, Italien und die Türkei Lizenzen für den Granatwerfer 40mm, und Spanien die Nachbaurechte für das G36-Gewehr. Im Zeitraum zwischen 2015 und 2018 wird der Abschluss der Produktion von mindestens 500.000 HK33-Lizenzgewehren als G3-Nachfolger bei MKEK in der Türkei erwartet.

Mehrere der NATO-Staaten setzten H&K-Waffen bei Kriegen ein oder exportierten H&K-Lizenzwaffen an andere Staaten. Beispielsweise führte Portugal mit den G3-Lizenzgewehren Kolonialkriege in Afrika, der französische Lizenznehmer exportierte Anfang der 70-ger G3 an das diktatorische Regime von Idi Amin in Uganda.

Mitte 2006 schloss H&K den Modernisierungsauftrag für 350.000 SA-80-Gewehre der britischen Armee ab, die diese Waffen u.a. im Irakkrieg einsetzte. Auch Spezialeinheiten der US-Army kämpfen mit H&K-Waffen im völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak.  Gerade bei NATO-Spezialeinheiten finden sich H&K-Waffen an vorderster Front. Auch das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, zu deren Einsatzschwerpunkten Aufklärung, Terrorismusbekämpfung, Kommandokriegsführung zählen, setzt vornehmlich auf H&K-Waffen bei seinen Kampfeinsätzen – auch in Afghanistan.

Der Einsatz von H&K-Waffen bei Kriegen und Menschenrechtsverletzungen durch die NATO ist kein Grund zum Feiern!

Der NATO-Partner Türkei erhielt 1967 eine Lizenz für das Schnellfeuergewehr G3 und 1983 für die Maschinenpistole MP5. Die MP5 wurde unter Bruch der von der Bundesregierung verabschiedeten »Politischen Grundsätze zum Rüstungsexport« rechtswidrig an andere Staaten reexportiert. Vornehmlich mit den bei der türkischen Firma MKEK in Kirikkale in Lizenz gefertigten H&K-Waffen führte die türkische Armee ihren Bürgerkrieg gegen Kurdinnen und Kurden im Südosten des Landes.
Laut Aussagen türkischer Soldaten wurden zwischen 1985 und 1999 rund 40.000 Kurden getötet, mehr als 80 Prozent mit H&K-Waffen. Die türkische Regierung bestätigte die massenhafte Tötung von PKK-Mitgliedern. In Wahrheit waren die meisten der Getöteten unschuldige Kinder, Frauen und alte Männer.

Als eine der letzten Amtshandlungen vergab die Bundesregierung unter Helmut Kohl 1998 eine Lizenz für die HK33 an die Türkei. Die Nachfolgeregierung von Gerhard Schröder und Joschka Fischer genehmigte die entsprechende Munitionslizenz. Bis 2018 wird der Abschluss der Produktion von mindestens 500.000 HK33-Lizenzgewehren bei MKEK in der Türkei erwartet.

Bis heute werden Kurdinnen und Kurden mit H&K-Waffen unterdrückt und ihrer Identität beraubt. Das ist kein Grund zum Feiern!

Unzählige Menschen führen als körperlich Verstümmelte oder psychisch Traumatisierte ein vergleichsweise menschenunwürdiges Leben. Vielen von denen, die den Beschuss mit H&K-Waffen überlebt haben, fehlen Gliedmaßen oder sie tragen Kugeln bzw. deren Splitter im Körper, die man durch ihre Haut ertasten kann.

Die immense Zahl der H&K-Opfer macht deutlich: Heckler & Koch ist das Unternehmen, dessen Produkte seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland die meisten Verstümmelten und Toten zur Folge hatten.

Doch die meisten Opfer leben auf anderen Kontinenten und bleiben unbekannt. Ein Schuss aus einem H&K-Waffe reicht aus, einen Menschen von einer Sekunde zu andern zeitlebens zum Krüppel zu machen. Die meisten Opfer können aufgrund ihrer Traumatisierung nicht einmal sagen, mit welcher Waffe sie verstümmelt wurden.

Das Schicksal des somaliländischen Teehausbesitzers Abdirahman Dahir Mohamed bildet die Ausnahme: Er ist im Besitz des G3-Gewehres, mit der ihm das rechte Bein abgeschossen worden ist. Wegen des daraus resultierenden Knochenfraßes muss sein Oberschenkenknochen immer weiter abgesägt werden.

An Absurdität schwerlich überbietbar ist die Tatsache, dass Heckler & Koch im Jahr 2000 den »Deutschen Arbeitsplatzinvestor-Preis« in der Kategorie »Schwerbehinderte« zugesprochen bekommen hat.

Unzählige Menschen wurden durch den Einsatz von H&K-Waffen zu Kriegskrüppeln und Schwerstbehinderten. Das ist kein Grund zum Feiern!

Auch Guerillaeinheiten schätzen die Treffgenauigkeit der H&K-Waffen, wie der Sendero Luminoso in Peru, die FARC in Kolumbien und die PKK in Türkisch-Kurdistan. Das Logo der RAF zierte eine MP5-Maschinenpistole. Im März 2003 wurde der serbische Ministerpräsident Goran Djindjic mit einem G3-Scharfschützengewehr erschossen.

Fotografien belegen den Einsatz von MP5-Maschinenpistolen bei Hamas-Kämpfern im Gaza-Streifen Anfang 2009 und bei Menschenrechtsverletzungen seitens der Taliban im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan. Heckler & Koch hat in Söldnermagazinen wie Soldier of Fortune für seine Waffen geworben. In aller Welt schießen Söldner mit H&K-Waffen. Die US-Söldnerfirma Blackwater setzte G36-Gewehre im Irak und gleichsam in Afghanistan ein. Vielzählige weitere Beispiele ließen sich aufführen.

Der weltweite Gebrauch von H&K-Waffen in den Händen von Söldnern und Terroristen ist kein Grund zum Feiern!

Angesichts von derzeit rund 40 stattfindenden Kriege und Bürgerkriege hat Heckler & Koch – selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise – scheinbar keine Absatzprobleme. Der Jahresumsatz von H&K beträgt etwa 150 Millionen Euro, die erteilten und erwarteten Aufträge summieren sich auf rund 700 Millionen Euro. Selbst in den für das Jahr 2011 anstehenden Rückzahlungen einer Anleihe von über 120 Millionen Euro sieht H&K-Chef Andreas Heeschen »daher kein großes Problem«.

Wenn die Bundesregierung den H&K-Exportwünschen keinen Riegel vorschiebt, werden die G3 und MP5 weltweit durch die noch treffsichereren G36 und P7 ersetzt. Spanien hat bereits eine Lizenz für das noch treffsichere G36-Gewehr erhalten. Sicherheitskräfte, Polizei- und Militäreinheiten in mehr als 30 Staaten schießen bereits heute mit dem neuen Sturmgewehr G36. Angesichts der Genehmigungspolitik der Bundesregierung steht zu befürchten, dass dieses Gewehr ein Exportschlager wird – wohlgemerkt in den Händen von NATO-Soldaten und Polizeien – und durch Beutewaffen bei Guerillaeinheiten und Terroristen.

Die neue Waffengeneration ist erheblich leichter, was sie auch für Kindersoldaten »interessant« macht. Das G36 könnte zur Killerwaffe Nr. 1 auf den Schlachtfeldern der Welt avancieren.

G36-Gewehre im Einsatz auf den Schlachtfeldern der Welt sind kein Grund zum Feiern!

Bei ihrem 16. Gewerkschaftstag forderte die IG-Metall 1989 »alle Gliederungen der Organisation auf, die Initiativen zur Rüstungskonversion in den Betrieben und Regionen auch weiterhin zu unterstützen… Die Sicherung oder Schaffung von Arbeitsplätzen darf nicht als Argument gegen Abrüstung bzw. für mehr Rüstungsproduktion und Waffenexport missbraucht werden.« In Oberndorf scheint die IG Metall diese Aufforderung schlichtweg zu ignorieren.

Doch unser Zauberwort heißt noch immer Konversion. Die Umstellung auf eine sinnvolle zivile Fertigung schafft nicht nur neue, sondern auch ethisch und moralisch verantwortbare  Arbeitsplätze. Wir strecken jeder und jedem die Hand aus, die sich dem Geschäft mit dem Tod verweigert.
Im Jahr 1990 habe ich der H&K-Pressesprecherin Andrea Franke das Konversionskonzept »Modellregion Oberndorf-Schramberg« vorgelegt – sie hat sich nicht dafür interessiert. Und leider hat sich an der Einstellung der H&K-Geschäftsführung bis zum heutigen Tag daran offenbar nichts geändert.

Heckler & Koch setzt fast ausschließlich auf Waffenproduktion und Rüstungsexporte statt auf Rüstungskonversion. 60 Jahre nach Gründung der Firma Heckler & Koch gibt es keinen einzigen Grund zum Feiern!

Für uns bedeutet das Wissen um die zahllosen Opfer des Einsatzes von H&K-Waffen den Auftrag, gerade in diesem Jahr engagiert gegen die Rüstungsexporte von Heckler & Koch einzutreten. Wir bieten der H&K-Geschäftsführung, den Mitarbeiter/innen von H&K, der IG Metall, der baden-württembergischen Landesregierung und auch der für die Rüstungsexportpolitik verantwortlichen Bundesregierung Gespräche über die Erarbeitung von Konversionsprogrammen zur Umstellung auf eine sinnvolle zivile Fertigung an.

Wird dieses Angebot ausgeschlagen, dann bleibt nur eines:
Wir fordern die Schließung von Heckler & Koch!

 

Weitere Informationen:

http://www.rib-ev.de/

http://www.juergengraesslin.com/

 

Die eigentliche Katastrophe der Erfindung und des Einsatzes dieser „kleinen“, unscheinbaren Nuklearwaffen der „depleted uranium“(DU)-Waffengattung ist derweitgehende Mangel ihrer angemessenen öffentlichen und offiziellenWahrnehmung.

So der „Arbeitskreis Friedenspolitik“ im Ressüme zu ihrer Recherche über die Gefahren und Folgen und die „hohemilitärische Bedeutung, sowie den Versuchen der Verhamlosung und Geheimhaltung seitens der offiziellen Verantwortlichen des „schleichenden Massenmord mit Uranwaffen.

Die tatsächlich massenmord-ähnlichen Auswirkungen in den betroffenen Gebieten sind ebenso nachweisbar wie die bisherigen Versuche der Geheimhaltung oder Verharmlosung seitens der offiziell Verantwortlichen.Wolfgang Lieb von den NachDenkSeiten

Weil sich nicht ausschließen lässt, „dass stichhaltige Informationen bislang nicht in ausreichendem Maße an die Öffentlichkeit gedrungen sind, um angemessen diskutiert zu werdenmachen die NachDenkSeiten auf die Recherche des „Arbeitskreises für Friedenspolitik“ aufmerksam und stellen diese in PDF-Form zum Downloaden und Lesen zur Verfügung.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3799

Mit der folgenden Dokumentation des gesamten Textes „Kriegführung mit Urangeschossen: Uranstaub – Schleichender Massenmord“ möchte ich die Bemühungen des „Arbeitskreis Friedenspolitik“ unterztützen, die Maßnahmen Ingang bringen und wesentlich intensivieren möchte, die zur Bekämpfung dieser Waffensysteme und ihrer Annwendung getroffen werden müssen.

Eine besondere, nicht zuletzt völkerrechts-gestützte Kampagne der Friedensbewegung und aller verantwortungsbewussten friedenspolitisch aktiven politischen Gruppierungen müsste auf das absolute Verbot und die Kriminalisierung dieser Waffen hinzielen.

 

Kriegführung mit Urangeschossen: Uranstaub – Schleichender Massenmord

von Brigitte Runge und Fritz Vilmar 5. erweiterte Auflage Dezember 2007

 

Einleitung und Zusammenfassung

Mindestens 18 Staaten der Welt besitzen mittlerweile in ihren Militärdepots

außerordentlich wirksame panzer- und bunkerbrechende Munition, die als

Nebenprodukt“ in Kriegsgebieten und weit darüber hinaus schleichenden

Massenmord bewirkt durch massenhaft entstehenden radioaktiven Staub. Das

einmal eingeatmete Uranoxyd wird zur chronischen Quelle einer Uranschwermetallund

einer radioaktiven Kontakt- und Strahlungsvergiftung im Körper .Die

Nanopartikel1 aus Uranoxyd, die in dem Metallstaub entstehen, überwinden

eingeatmet die Blut-Luft-Schranke, dringen in Körperzellen ein und geben eine

maximale Strahlendosis an das Gewebe ab.

Wir dokumentieren im Folgenden die hohe militärische Bedeutung, die tatsächlich

massenmord-ähnlichen Auswirkungen in den betroffenenen Gebieten (und weit

darüber hinaus) sowie die bisherigen Versuche der Geheimhaltung oder

Verharmlosung seitens der offiziell Verantwortlichen. (Quellennachweise am Schluß

des Textes.)

Die Initiative zu dieser Materialsammlung und Veröffentlichung verdanken wir den

bahnbrechenden Publikationen von Prof. Siegwart-Horst Günther, dessen Vortrag wir

vor einiger Zeit veröffentlichten und der in mehreren tausend Sonderdrucken

inzwischen in der Friedensbewegung verbreitet worden ist. Wir ergänzen seine

Ausführungen durch eine Reihe von Einzelberichten, die sich zusammenfügen zu

einem erschreckenden, weithin verschwiegenen Kriegsszenario. Wir nennen es

schleichenden Massenmord mit Uranwaffen.

Die Bedeutung dieser Materialsammlung und Kommentierung liegt genau darin: dass

hier zum ersten Mal in der friedenswissenschaftlichen Diskussion die Quantität der

Berichte über den Krieg mit Uranwaffen umschlägt in eine neue bisher nicht zum

vollen Bewusstsein gebrachte Qualität.

Unsere Dokumentation gliedert sich in folgende 6 Teile:

1. eine genaue Beschreibung dieser neuen Uranwaffen – und

2. der von ihnen ausgehenden zentralen Gefahr: der Freisetzung eines

hochtoxischen radioaktiven Feinstaubes;

3. wir geben Berichte von den furchtbaren Schäden, die durch diesen Uranstaub in

Körpern angerichtet werden und von den Kriegsgebieten, in denen sich diese

grauenvollen Szenarien eines regionalen schleichenden Massenmordes

abspielen. In diesen Abschnitt gehen die zentralen Partien des Berichtes von

Siegwart-Horst Günther mit ein, der als erster die Schreckensszenarien in den

bekannten Kriegsgebieten persönlich erforscht und dargestellt hat.

 

4. Wir dokumentieren die Strategien der Verheimlichung oder Verharmlosung dieser

neuen Waffen. Dabei geht es auch um das Totschweigen durch Mundtot-Machen

der Zeugen und kritischen Forscher. Dies ging im Falle von Siegwart–Horst

Günther so weit, dass er zweimal das Ziel von Mordanschlägen geworden ist.

5. Wir dokumentieren insbesondere das Verhalten der offiziellen deutschen Stellen

zur Uranmunition und geben

6. die Maßnahmen wieder, die zur Bekämpfung dieser Waffensysteme und ihrer

Annwendung getroffen werden müssen.

Als Resümee unserer Recherchen halten wir fest:

Die eigentliche Katastrophe der Erfindung und des Einsatzes dieser „kleinen“,

unscheinbaren Nuklearwaffen der „depleted uranium“(DU)-Waffengattung ist der

weitgehende Mangel ihrer angemessenen öffentlichen und offiziellen

Wahrnehmung. Weder die Soldaten noch die Zivilbevölkerung in den betroffenen

Bereichen bzw. Waffengattungen erhielten eine auch nur einigermaßen

realistische Information über die hohe, tödliche Gefährlichkeit des radioaktiven

Staubes, der durch die Explosion dieser Geschosse freigesetzt wird. (Ein später

mit der Folgenabschätzung beauftragter amerkanischer Offizier berichtet, dass er

als „Souvenir“ ein Erste-Hilfe-Päckchen aus einem irakischen Panzerwagen

jahrelang bei sich getragen habe…)

Die internationale Friedensbewegung hat, von wenigen Ausnahmen abgesehen,

angesichts dieser tödlichen Weltbedrohung versagt: obwohl die heimtückischen

kleinen Uranwaffen inzwischen seit anderthalb Jahrzehnten in den Militärdepots

existieren und in Kriegen (Kosovo, wahrscheinlich Afghanistan, Kuwait, Irak,

wahrscheinlich Libanon) mit verheerenden Folgen „erprobt“ wurden. Wie in

unserem abschließenden Teil ausgeführt, sind Maßnahmen Ingang zu bringen

und wesentlich zu intensivieren, die die Friedensbewegung in vorderster Reihe

propagieren müsste, insbesondere eine Kampagne weltweiter Information auf

wissenschaftlicher und allgemeinpublizistischer Ebene. Ferner die Organisation

einer internationalen Forschungskampagne, die genauere Kenntnisse über die

Folgen der Uranstaub-Infektion und mögliche Therapien zum Ziele haben müsste.

Nicht zuletzt aber müsste die Friedensbewegung soweit wie möglich, durchaus

auch „subversiv“, Informationen über die Lagerung von DU-Munition und

stattfindende Manöver/Übungen mit dieser Munition veröffentlichen.

Eine besondere, nicht zuletzt völkerrechts-gestützte Kampagne der

Friedensbewegung und aller verantwortungsbewussten friedenspolitisch aktiven

politischen Gruppierungen müsste auf das absolute Verbot und die

Kriminalisierung dieser Waffen hinzielen.

Brigitte Runge und Fritz Vilmar

Arbeitskreis für Friedenspolitik, Berlin 2007

 

1. Die Urangeschosse

Zusammensetzung, „Beliebtheit“, Wirkung, Hersteller,

Haupteinsatzgebiete

Was ist abgereichertes Uran und wie wird es in Waffen verwendet?

Quelle: ICBUW, Internationale Koalition für ein Verbot von Atomwaffen 2

Abgereichertes Uran (depleted uranium, DU) ist Atommüll. Uran tritt naturgemäß in

Form von drei verschiedenen Isotopen auf, U 234, U 235 und U 238. Isotope sind

Atome desselben Elements, die dieselbe Anzahl an Protonen haben, aber sich in der

Anzahl der Neutronen unterscheiden. Das bedeutet, dass sie chemisch gesehen

gleich reagieren, aber wegen der unterschiedlichen Isotope unterschiedliche Mengen

und Arten von Strahlung freisetzen.

Die radioaktiven Eigenschaften von DU, das hauptsächlich aus Uran 238 besteht,

unterscheiden sich von denen des Uran 235. Anders als Uran 238 ist Uran 235

spaltbar. Das heißt, es ist so instabil, dass man durch Beschuss von Uran 235 mit

Neutronen eine Serie von atomaren Reaktionen erzeugen kann, die enorme Mengen

an Energie freisetzt. Das ist die Grundlage der Nutzung der Atomkraft in

Atombomben. Vor seiner Verwendung muss U 235 aber angereichert werden, da es

nur einen kleinen Anteil des natürlich vorkommenden Urans – um die 0,7% –

ausmacht. U 238 macht mehr als 99% des natürlichen Urans aus und ist weniger

radioaktiv. Nachdem dem natürlichen Uran der größte Teil des U 235 entzogen

wurde, nennt man es «abgereichertes Uran», das heißt Uran, welchem das Isotop U

235 entzogen ist. Jedes Kilogramm an angereichertem Uran, das in einem

Atomreaktor eingesetzt werden kann, hinterlässt 11 Kilogramm DU.

Nicht ganz so groß – nämlich 7:1 statt 11:1 – erscheint die Masse des Atommülls im

Verhältnis zum gewonnenen „angereicherten“ Uran nach den Recherchen Sirko

Salkas 3: „Ein 1.300 Megawatt Atomreaktor zum Beispiel verbraucht pro Jahr 30

Tonnen angereicherten Urans, die aus insgesamt 240 Tonnen natürlichem Uran

heraus zentrifugiert werden. Übrig bleibt ein Abfall von 210 Tonnen

abgereicherten Urans, das zu 99,8 Prozent aus Uran 238 und noch zu 0,2 Prozent

aus Uran 235 besteht. Ralf Cüppers von der Deutschen Friedensgesellschaft hat in

seiner Broschüre „Uran-Geschosse“4 vorgerechnet, dass abgereichertes Uran nur

unwesentlich weniger radioaktiv ist als natürliches Uran und nur unwesentlich mehr

radioaktiv als reines Uran 238. Anstatt nun aber den radioaktiven Sondermüll

entsprechend zu entsorgen, wird er in Amerika der US-amerikanischen

Rüstungsindustrie kostenlos zur Verfügung gestellt, wodurch doppelt profitiert

wird.“5

Die „Beliebtheit“ von Uranmunition

Abgereichertes Uran selbst ist ein chemisch hochgiftiges und radioaktives

Material, welches auf Grund seiner hohen Dichte in panzerbrechender Munition

eingesetzt wird. Es ist 1,7mal dichter als Blei, Das gibt den Urangeschossen eine erhöhte Reichweite und Durchschlagskraft. Sie gehören zu einer Kategorie

von Waffen mit dem Namen Wuchtgeschosse (kinetic energy penetrators). Den Teil

der Waffe, der aus Uran besteht, nennt man den Penetrator: Das ist ein langer Pfeil,

der in den größten Ausführungen mehr als vier Kilogramm wiegt (vgl. Abb. Titelseite).

Es ist also weder nur eine Spitze noch nur eine Außenhülle. Das Geschoss ist

gewöhnlich eine Legierung aus Uran und einer kleinen Menge eines anderen Metalls

wie Titan oder Molybdän. Diese verleihen ihm zusätzliche Festigkeit und

Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion. (Quelle: ICBUW, a. a. O., vgl. Fn. 2).

Die Biologin und Krebsexpertin Rosalie Bertell 6stellt dazu fest: „Bei dem Aufschlag

auf ein hartes Ziel entzündet sich Uran. Die Temperatur des entstehenden

Metallrauches durch DU liegt zwischen 3000° und 6000 ° C.( im Gegensatz zu einer

im Irak durchschnittlichen Umgebungstemperatur von 22° bis 45 ° C oder 575 ° C

Flammentemperatur durch TNT in anderen Kriegen). Bei dieser hohen Temperatur

nimmt das Uranoxid Keramikeigenschaften an, und es wird unlöslich in

Körperflüssigkeiten. Aus diesem Grund wird das einmal eingeatmete Uranoxid

zur chronischen Quelle einer Uranschwermetall- und einer radioaktiven

Kontaktstrahlungsvergiftung im Körper. […] Die Nanopartikel aus Uranoxid, die

in dem Metallrauch entstehen, können eingeatmet die Blut-Luft-Schranke

überwinden, in Körperzellen eindringen und eine maximale Strahlendosis an

das Gewebe abgeben (Kontaktdosis durch einen Partikel mit maximaler

Oberfläche im Verhältnis zum Volumen, mit wenig Selbstschutz), und so

werden freie Radikale und oxidativer Stress in den Zellen erzeugt.“

Hersteller

Zwei US-Unternehmen stellen großkalibrige Panzergeschosse aus abgereichertem

Uran her: Alliant Techsystems (120 mm-Granaten) und die früheren Primex

Technologies, jetzt General Dynamics Ordnance and Tactical Systems (105 mm- und

120 mm-Granaten). Drei weitere Unternehmen – in Frankreich, der ehemaligen

Sowjetunion und Pakistan – stellen ebenfalls großkalibrige Panzergeschosse her.

Alliant Techsystems, der größte Hersteller von Munition in den USA, produziert auch

kleinkalibrige Geschosse (25 mm, 30 mm) für Geschütze in amerikanischen

Flugzeugen und Kampffahrzeugen. Die Firma BAE Systems mit Sitz in

Großbritannien fertigte bis 2003 120 mm-Panzergranaten für die britischen

Streitkräfte an. Sie stellten die Produktion aus «Umweltgründen» ein.7 Es besteht der

Verdacht, dass die israelische Militärindustrie Uran-Panzergranaten für die

israelische Armee produziert haben könnte.

Neben der Verwendung für panzerbrechende Geschosse wird abgereichertes Uran

auch als Panzerung in amerikanischen M1A1- und M1A2-Kampfpanzern eingesetzt

und in geringen Mengen auch in einigen Arten von Landminen (M86 PDM und

ADAM); beide Arten enthalten 0,101 Gramm abgereichertes Uran. 432 ADAMAntipersonenlandminen

wurden auf den kuwaitischen Schlachtfeldern während des

Golf-Krieges 1991 eingesetzt. Sowohl die M86PDM als auch die ADAM-Minen sind in

US-amerikanischen Lagern vorhanden. (Quelle: ICBUW, a. a. O., vgl. Fn. 2)

 

Wo wurde Uranmunition eingesetzt und wer setzt sie ein?

Angesichts der Befürchtungen um die Folgekosten und die Gesundheit der

Bevölkerung haben Regierungen anfangs oft den Einsatz von Uranmunition

abgestritten. Es ist heute klar, dass Uranmunition von den USA und

Großbritannien in großem Umfang im Golf-Krieg 1991 eingesetzt wurde, dann

in Bosnien, Serbien und im Kosovo, und erneut durch die Amerikaner und die

Briten im Irak-Krieg 2003. Es besteht der Verdacht, dass die USA Uranmunition

2001 auch in Afghanistan eingesetzt haben, obgleich sowohl die Regierungen

der USA als auch Großbritanniens den Einsatz von Uranmunition dort

bestritten haben. Transportdokumente, die durchgesickert sind, legen

allerdings nahe, dass die US-Streitkräfte in Afghanistan Uranwaffen hatten,

aber es ist unklar, ob diese zum Einsatz kamen.8 (Vgl. Kapitel 3: Asaf

Durakovic „Radioaktive Verseuchung der Bevölkerung Afghanistans“).

Es sind mindestens 18 Länder, von denen angenommen wird, dass sie in ihren

Arsenalen Waffensysteme mit Uran haben. Dazu zählen: Großbritannien, die USA,

Frankreich, Russland, Griechenland, Türkei, Israel, Saudi- Arabien, Bahrain,

Ägypten, Kuwait, Pakistan, Thailand, China, Indien und Taiwan. Vielen von ihnen

wurde die Uranmunition von den USA verkauft, während man von anderen (dazu

zählen Frankreich, Russland, Pakistan und Indien) annimmt, dass sie sie unabhängig

entwickelt haben. (Quelle: ICBUW, a. a. O., vgl. Fn. 2)

 

2. Uranoxydstaub – schleichender

Massenmord durch neue Uranwaffen

Warum ist Uranoxydstaub ein Massenmord-Gift ?

Zu dem Uranoxidstaub, der entsteht, wenn die Uranmunition verbrennt, existiert

nichts Vergleichbares in der Natur oder in der Geschichte. Dieser hochgiftige und

radioaktive Staub besteht aus zwei Oxiden: Das eine ist unlöslich, das andere

schwerlöslich. Die Streuung der Partikelgrößen beinhaltet Partikel im

Submikronbereich, die leicht eingeatmet und in den Lungen zurückbehalten werden.

Über die Lungen werden die Uranverbindungen aufgenommen und in den

Lymphknoten, den Knochen, dem Gehirn und den Hoden abgelagert. Feste Ziele, die

von Urangeschossen getroffen wurden, sind von diesem Staub umgeben;

Untersuchungen beweisen, dass er viele Kilometer weitergetragen wird, wenn er

wieder aufgewirbelt wird, was in einem trockenen Klima wahrscheinlich ist (vgl. dazu

Kapitel 3: Chris Busky „Uranstaub aus dem Irak weht bis nach England“).

Der Staub wird dann gleichermaßen von Zivilpersonen und Militär eingeatmet oder

über die Nahrung aufgenommen. Man geht davon aus, dass die Uranmunition die

Ursache für einen massiven Anstieg der Anzahl an Neuerkrankungen mit

Karzinomen – wie Brustkrebs oder Lymphomen – in Gebieten des Irak nach 1991

und 2003 ist. Die Uranbelastung steht auch in Verbindung mit einem Anstieg an

Geburtsfehlern in Gegenden, die an die Schlachtfelder des Golf-Kriegs angrenzen.

Bei Aufschlägen auf weichem Untergrund – typisch für Luftangriffe, bei denen die

meisten Geschosse ihre Ziele verfehlen – bleiben die Geschosse teilweise intakt. Auf

dem Balkan wurden mehr als 31 000 30 mm- Geschosse abgefeuert; die UNEP

(Umweltprogramm der Vereinten Nationen) berichtete, dass diese rostenden

Geschosse voraussichtlich das Grundwasser und die Trinkwasservorräte

kontaminieren werden und beseitigt werden müssen.9

Während wir eine ungefähre10 Vorstellung davon haben, wieviel Uranmunition auf

dem Balkan (14 Tonnen) und im Golf-Krieg 1991 (etwa 320 Tonnen) eingesetzt

wurde, verfügen wir über wenige Daten, was das Ausmaß ihres Einsatzes in der

Folge der Invasion des Iraks in 2003 betrifft. Klar ist, dass weitaus mehr in

städtischen Gebieten eingesetzt wurde, als Resultat einer vermehrt asymmetrischen

Kriegsführung und einer zunehmend ungehemmten Einstellung in Bezug auf den

Einsatz von Uranwaffen. Die USA haben die Herausgabe von Daten über die

Einsatzorte ihrer Uranwaffen an die UNEP durchweg verweigert, und die instabile

Lage nach dem offiziellen Kriegsende hat eine Beurteilung des wahren Ausmaßes

der Kontamination nahezu unmöglich gemacht. (Quelle: ICBUW, a. a. O., vgl. Fn. 2)

Gesundheitsschäden durch abgereichertes Uran

Auszug aus einer wissenschaftlichen Arbeit 11

Man kann die durch Uranmunition bzw. Uranstaub verursachten

Gesundheitsschäden nach folgenden drei Aspekten klassifizieren: Der direkte

Hautkontakt mit abgereichertem Uran verursacht Erkrankungen an der

Hautoberfläche (I). Über Nahrung und Atmung kann feiner Uranstaub vom Körper

aufgenommen werden. Uran ist wie alle Schwermetalle hochgiftig, deshalb betrifft der

zweite Aspekt die chemisch-toxischen Wirkungen von Uran (II). Nachhaltig schädigend und hoch wahrscheinlich ist, drittens, eine allmählich einsetzende

chronische Uranvergiftung, hervorgerufen durch radiotoxische Wirkungen (III).

Im Golfkrieg 1991 wurden erstmalig Uran-Geschosse eingesetzt, mindestens 350

Tonnen. Nur ein Bruchteil der Granaten und Projektile, abgefeuert im wüstenartigen

Grenzgebiet zu Kuwait, kann wieder aufgefunden werden. Der deutsche Mediziner

Professor Siegwart-Horst Günther, der im Irak vor allem kranke Kinder behandelte,

berichtet von ausgehungerten, verschmutzten Kindern, die mit Uran-Geschossen

spielten, welche angemalt waren als Puppen.

Nach inzwischen vorgenommenen Untersuchungen beträgt die Dosisleistung des

von mir aufgefundenen Geschosses an der Oberfläche 11 mikroSv pro Stunde. Die

erträgliche Jahresdosis wird mit 300 mirkoSv angegeben. 300 : 11 = 27,2 Stunden;

die Jahresdosis von einem Geschoss wird demnach in reichlich einem Tag

erreicht.“12

Zu (I):

Beim direkten Hautkontakt mit abgereichertem Uran entstehen schlecht heilende

Wunden mit schmerzlosen Geschwüren, die an der Hautoberfläche Zellen zerstören,

auch die schmerzempfindlichen und -leitenden Sinnes- und Nervenzellen.13

Zu (II):

Uranoxidstaub kann vom menschlichen und tierischen Organismus sowohl über die

Nahrung aufgenommen werden als auch über die Atmungsorgane. Auch hier

entscheidet die Menge, Dauer und Häufigkeit der aufgenommenen Uranpartikel über

die Schwere der Gesundheitsschäden. Während verzehrte Uranpartikel zu 99,5

Prozent über den Darm als Exkremente wieder ausgeschieden werden, gelangen

eingeatmete Staubkörner von der Lunge in die Blutbahn. Dort kann sich ein kleinerer

Teil der Uranpartikel auflösen und kurzfristig verschiedene Organe vergiften,

vergleichbar mit einer Schwermetallvergiftung – allerdings ist es in weitaus

geringeren Dosen hochgefährlich. Die Toxizität der Oxide von schwerem

metallischem Uran ist vergleichbar mit der Giftigkeit von Arsenverbindungen.14

Vergiftet und zerstört werden vor allem die Zellen von Nieren und Leber, was

Funktionsstörungen verursachen kann. Eine sehr hohe Anfangsdosis führt binnen

weniger Tage durch den Ausfall lebensnotwendiger Organe zum Tod.15

Die geschädigte Leber ist nicht mehr in der Lage, die Eiweißsynthese und den

notwendigen kolloidosmotischen Druck aufrechtzuerhalten, so tritt Wasser in den

Bauchraum aus. Die geschädigten Nieren sind nicht in der Lage, das Wasser

auszuscheiden.“16

Zu (III):

Der in den Körperflüssigkeiten nichtlösliche Teil des Uranoxids lagert sich allmählich

im Skelett ein, von wo eine schwachradioaktive Strahlung ausgeht. Uran 238 ist ein

Alpha-Strahler. Das bedeutet, dass die Strahlung zwar von sehr kurzer Reichweite

ist, aber um das zwanzigfache biologisch schädlicher als die gleiche Menge an Betaoder

Gammastrahlen.17 Besonders gefährdet ist folglich das Knochenmark. Wird

Knochenmark über einen längeren Zeitraum radioaktiv bestrahlt, kann der Patient

unter Blutarmut und Immunschwäche leiden, was sich in der Bildung von bösartigen

Tumoren niederschlägt, insbesondere Leukämie, oder in AIDS-ähnlichen Defekten

des Immunsystems mit vergleichbaren Konsequenzen.

In 1990 warnte die britischen Atomenergiebehörde ihre Regierung in einem Bericht

über die Folgen eines Einsatzes von Uranmunition dahingehend, „dass, wenn im

Falle eines Krieges 50 Tonnen der Substanz in der Golfregion verbleiben würden,

dies zu schätzungsweise 50.000 zusätzlichen Todesfällen durch Krebs innerhalb

eines Jahrzehnts führen würde“.

Der deutsche Professor Siegwart-Horst Günther – dessen Namen die Krankheit trägt,

die aus den beschriebenen Funktionsstörrungen von Nieren und Leber hervorgeht,

der Morbus Günther – ist bei seinen Untersuchungsergebnissen im Irak auf

dieselben Symptome gestoßen, die bei amerikanischen und britischen Veteranen

des Golfskriegs nebst deren Familien später als das „Golfskriegssyndrom“18 viel

publiziert und diskutiert worden sind. Bereits bei Kleinkindern hat Günther den

Zusammenbruch des Immunsystems mit stark ansteigenden Infektionen“

diagnostiziert, ferner ausgedehnte Herpes- oder Zosterbildungen, diverse Krebssowie

genetisch bedingte Missbildungen. Bei schwangeren Frauen wurde eine

Vielzahl von Aborten oder Frühgeburten registriert.19

Im Golfkrieg 1991 waren 750.000 amerikanische und britische Soldaten eingesetzt.

Mittlerweile (im Jahre 2002, vgl. Fn. 4 ) sind zirka 250.000 Veteranen am

Golfkriegssyndrom erkrankt, etwa 10.000 von ihnen sind verstorben. Zwischen Uran-

Exposition und dem Ausbruch einer Krebserkrankung lagen im Schnitt fünf Jahre.20

Im Irak werden 250.000 Männer, Frauen und Kinder mit derartigen Symptomen

angegeben, deren Mortalität hoch ist … Eine Studie aus dem Jahre 1993 von drei

amerikanischen Wissenschaftlern soll ergeben haben, dass etwa 50.000 irakische

Kinder bereits in den ersten 8 Monaten nach dem Golfkrieg den Nebenwirkungen der

D.U.-Geschosse erlegen sind.“21

Heimtückisch sind latente radiologische Langzeitwirkungen von Uranvergiftungen

auch dann, wenn die Strahlenexposition nur kurzzeitig, aber intensiv stattgefunden

hat. Insofern sind neben den Kriegsparteien und den Zivilisten auch Journalisten

betroffen oder etwa Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.22 Und ein Ende der

Fahnenstange ist nicht erreicht, denn die schädlichen Langzeitwirkungen der

Bombardierungen sind überhaupt nicht absehbar, Schilddrüsenkrebs beispielsweise

kann 10 bis 40 Jahre nach der Kontamination auftreten, Erbgutschäden wie

Missbildungen noch nach drei, vier Generationen.23 Und die Auswirkungen des

jüngsten Golfkrieges sind in ihrer Grausamkeit ohnehin jenseits jeder

Berechenbarkeit.

ICBUW liefert dazu weitere Einzelheiten:

I. Die Radioaktivität; Chromosomenschäden; Krebsschäden

Die wichtigste Strahlengefährdung durch Uran 238 ist seine Alpha-Strahlung. Wenn

strahlende Partikel eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden, ist die

Alpha-Strahlung die schädlichste Form ionisierender Strahlung, die es überhaupt

gibt. Da Uran 238 aber in Thorium und Protactinium zerfällt und bei deren Zerfall

sowohl Beta- als auch Gamma-Strahlung freigesetzt werden, wird die

Strahlenbelastung durch diese weiter erhöht. Darum müssen die Uranpartikel als

eine dynamische Mischung radioaktiver Isotope betrachtet werden.

Innerhalb des menschlichen Körpers ist die Alpha-Strahlung äußerst zerstörerisch.

Man schätzt, dass die Chromosomenschäden durch Alpha-Strahlen 100mal größer

sind, als diejenigen, welche von der entsprechenden Menge anderer Strahlungsarten

verursacht werden. Die schweren, stark geladenen Partikel können Löcher in die

DNA reißen und einen Strom freier Radikaler nach sich ziehen, die die fein

aufeinander abgestimmten zellulären Prozesse massiv stören oder unterbrechen. An

einem einzigen Tag setzt ein Mikrogramm (ein Millionstel eines Gramms!)

abgereichertes Uran nahezu 1000 Alpha-Partikel frei. Jedes Partikel hat eine Energie

von mehr als 4 Millionen Elektronenvolt. Diese wirken direkt auf das Organ oder

Gewebe, in dem sich das Uranteilchen eingelagert hat. Es braucht nur 6 bis 10

Elektronenvolt, um einen DNA- Strang in einer Zelle zu zerbrechen, und der

Wirkungsbereich einer Strahlungsquelle hat einen Radius von 7 bis 20 Zellen.24

Neue Erkenntnisse über Wirkungen von internen Strahlungsquellen verdeutlichen die

Gesundheitsrisiken, wenn ein Organismus innerer Alpha-Strahlung ausgesetzt

wird.25 Dazu gehört der «Bystander»-Effekt, das heißt, dass auch Zellen, die an

diejenigen angrenzen, die von den Alpha-Partikeln getroffen wurden, Zeichen von

Strahlenschäden aufweisen. Auch wird eine erhöhte Instabilität des Erbguts sichtbar,

insofern die Zellnachkommen von strahlengeschädigten Zellen – nicht nur bei hohen

Strahlendosen, sondern bei jedem Dosisniveau – ihrerseits größere Mutationsraten

aufweisen: ein Vorbote für späteres Krebswachstum. Ionisierende Strahlung ist beim

Menschen ein krebsauslösender Faktor unabhängig von der Höhe der Dosis. Es gibt

keine Schwellenwertdosis, und jedes einzelne Alpha-Teilchen kann einen

irreparablen genetischen Schaden hervorrufen.

II.Die chemische Giftigkeit (Nieren, Nerven u. a.)

Im Jahre 1940 begann die Erforschung der chemischen Toxizität von Uran. Seither

hat sich herausgestellt, dass – ebenso wie bei vielen anderen Schwermetallen, z. B.

Blei, Chrom, Nickel und Quecksilber – gerade auch durch den Kontakt mit Uran

Gesundheitsschäden hervorgerufen werden können. Während viele Studien

zunächst nur die Möglichkeit von Nierenschäden untersucht haben, haben seit 1991

ausgelöst durch die Sorgen wegen der Uranmunition – Dutzende von Beiträgen

andere weit beunruhigendere Gesundheitsschäden aufgezeigt, die durch die

Toxizität der Uranmunition verursacht werden können. Wiederholte Studien an Zellen

und Tieren haben den Nachweis erbracht, dass Uran ein Nierengift, ein Nervengift

und ein Immungift ist sowie Mutationen, Krebs und Missbildungen beim werdenden

Kind hervorrufen kann. Wenn man den Uranstaub, der aus der explosionsartigen

Verbrennung der Munition entsteht, mit dem Uran vergleicht, wie es in der Natur

vorkommt, dann ist der Uranstaub eine konzentrierte Form von Uran, die sehr viel

leichter vom Organismus aufgenommen wird als natürlich vorkommendes Uran. Bei

jüngsten Studien mit Hamstern konnte gezeigt werden, dass sich Uran an die DNAStränge

bindet, wo es durch die Erzeugung freier Radikale oxidative Schäden

verursacht,26 und bei Studien mit Ratten konnte gezeigt werden, dass es die weißen

Blutkörperchen irreparabel schädigt und die Genexpression (Proteinsynthese)

verändert.27

Solche und weitere Befunde legen nahe, dass das nach dem Einsatz von

Uranwaffen zurückbleibende Uran nicht nur hochgiftig ist, sondern dass darüber

hinaus seine Giftigkeit und seine Radioaktivität zusammenwirken und synergetische

Effekte28 erzeugen können, das heißt, dass sich die Wirkungen gegenseitig

verstärken und auf diese Weise die Schäden in den Zellstrukturen und bei den

Zellmechanismen vergrößern – was schließlich in Tumoren oder einer ganzen Reihe

anderer, den ganzen Körper betreffenden Krankheitssymptome zum Ausdruck

kommt. (Quelle: ICBUW, a. a. O.; vgl. Fn. 2)

 

3. Details über die schweren Gesundheitsschäden;

die Schadensregionen

Zur Wissenschaftlichkeit der Uranwaffen-Kritik

Wir liefern soweit wie möglich die Quellennachweise zu dieser Dokumentation des

ganzen unausdenklichen politischen Skandals (am Schluss des Textes). Aber wir

verweisen schon jetzt auf die Tatsache, dass die langjährigen politischen

Strategien der Verheimlichung, Leugnung und Verharmlosung der furchtbaren

Folgen der Uranmunition (vgl. Kap. 4) es vielfach unmöglich machen, exakte,

übereinstimmende Aussagen über die Größenordnung des Einsatzes, der

verursachten menschlichen Schädigungen etc. auszumachen. Allerdings sind

diese unvermeidlichen Ungenauigkeiten in einigen Detailfragen für die Feststellung

der weitreichenden Schäden an Menschen (nicht zuletzt Neugeborenen!) und in der

Natur, das heißt für die Feststellung des unbestreitbaren Tatbestandes eines

schleichenden Massenmords, vollkommen irrelevant: Die vorliegende Bilanz des

unleugbaren, kaum vorstellbaren Leidens und qualvollen Sterbens zahlloser

Zivilisten in den Kampfgebieten und deren Umgebung (oft in überfüllten

Kliniken) wie auch Tausender von Veteranen spricht eine furchtbar klare

Sprache. Noch darüber hinausgehende „Belege“ für diesen „Kausalnexus“ zu

fordern, halten wir für puren Zynismus von Verantwortlichen und ihren

wissenschaftlichen“ Wasserträgern, die den Militärstaat von seinen

Versorgungsverpflichtungen freihalten wollen.

Wir stützen unsere Kritik nicht auf die Masse der Opfer29. Diese Zahlen nämlich

infrage zu stellen, ist die zentrale Verharmlosungs-Strategie der offiziellen Publizistik,

insbesondere in den USA, die damit die Wissenschaftlichkeit, folglich die

Glaubwürdigkeit der DU-Kritik in Zweifel ziehen will.

Als Kronzeuge sei hier Dan Fahey30 zitiert, ein hochrangiger US-Militärexperte, der

die – nicht zuletzt von politischen Sprechern – genannten zT. enormen

Größenordnungen der Opfer in sämtlichen Kriegsschauplätzen als „nicht belegt“

diffamiert, – und die tatsächlichen Wirkungen des DU-Staub-Ausstoßes als gering bis

minimal darzustellen versucht.31 Große UNEP-Felduntersuchungen32 im Jahre 2000

durch 11 lokale Fallstudien im Kosovo ( wo bereits vorher teilweise Munition entsorgt

worden war (!) und nur noch minimale Kontaminationen des Bodens und des

Wassers gefunden wurden), schienen diese Pseudo-Beweisführung zu bestätigen.

Aber selbst Fahey (aaO. S.-23ff „4.3. There have been no cancers among US Gulf

War veterans exposed to DU”) muss hier – wie auch an anderen Stellen! – erbost die

platten “Lügen” des “DoD” (Department of Defense) im Interesse der Beschönigung

eingestehen: “This lie was created by the U.S.Department of Defense in January

2001 to calm European concerns about DU ammunition used in the

Balkans…Despite these explicit and public denials, at least one of 50 (!) veterans

examined in 1999… had a lymphatic cancer…In addition to the veteran with cancer,

a second veteran examined by the DU Program in 1999 had a bone tumor in his

arm…In fact, the DU program is beset by several problems in addition to having its

findings manipulated (!) by Pentagon officials, or intentionally omitted by the program

administrator” (vgl. Kap. 4, Abschnitt 1: “Nato manipuliert Presse”).

Wir wollen noch auf zwei spezielle Einwände gegen unser Dossier hier

stellvertretend eingehen, weil sie besonders deutlich die Pseudowissenschaftlichkeit

demonstrieren, mit der die Triftigkeit der kritischen Fakten („Golfkriegssyndrom“ etc.)

infrage gestellt wird.

1. Zu Unrecht wurde behauptet, wir referierten zum Golfkriegssyndrom nicht die

wissenschaftliche Diskussion“. Wir behaupten dagegen, dass es über die

Existenz eines „Golfkriegssyndroms“ bei -zigtausenden us-amerikanischer und

britischer Soldaten keine wissenschaftliche Diskussion gibt , sondern – wie wir

in Kap.4, Abschnitt: „Studien unter Verschluß“ zeigen - , zunächst

Vertuschungsversuche der USA und Großbritanniens, dann, nach massivem

Druck, 1993/95 Untersuchungen mit sehr kritischen Ergebnissen, dann 1996

gleichwohl ein total verharmlosendes Regierungsstatement. Diese

Verharmlosungsstrategie hat allerdings der Physiologe Albrecht Schott durch

seinen empirischen Nachweis eines schweren uranmunitions-bedingten

Chromosomen-Schadens eines britischen Veteranen 2004 ein für alle Mal ad

absurdum geführt:

Chromosomentests waren maßgeblich für die Entscheidung des Gerichts

(Pension Appeal Tribunal), in Edinburgh, Schottland (2.2.2004) der mit DU

Vergiftung begründeten Anklage des Golfkriegsveteranen Kenneth Duncan

(Golfkrieg 1991) stattzugeben. Aus der Urteilsbegründung: 6.6: Zweifelsfrei

wird von Prof. Schott in Tabelle 2 festgestellt, dass Folgen der DU-Vergiftung

in Form von Chromosomenbrüchen im Blut des Klägers vorhanden sind.“33

Diese Entscheidung ist ein Meilenstein im Kampf der weltweit etwa 66.000

DU-vergifteten Golfkriegsveteranen (Frauen und Männer!) des Krieges von

1991 (und der noch unbekannten Zahl des Golfkriegs von 2003): Kenny ist der

erste dieser 66.000 schwerstgeschädigten Menschen, der 13 Jahre nach

diesem Krieg Recht bekommen hat. Tausende sind bereits gestorben. Viele

haben sich in ihrer Verzweiflung das Leben genommen.

2. Zu Unrecht wurde behauptet, „Schadensmechanismen, etwa zur chemischen

Giftigkeit, würden zwar von uns in allgemeiner Form beschrieben, zur

Beurteilung im konkreten Fall müsste jedoch die Belastung/Dosis angegeben

werden und diese mit der zu erwartenden bzw. in den Opfern gemessenen

Belastung/Dosis verglichen werden.“

Die Forderung solcher „konkreten“ Uran- bzw. Uranoxid-Belastungsnachweise

(prinzipiell und empirisch) zur Identifikation von Opfern ist abwegig, da der –

unter anderem in Kliniken aller betroffenen Länder – massenhaft nachgewiesene

Kausalnexus von Uran-Kontaminationen und schweren Gesundheitsschäden

als solcher zur Beweisführung absolut ausreicht . Das o.g. UNEPDossier34

liefert dazu keine Gegenargumente.

Genauere Übersicht: Wie der Uranstaub den Körper schädigt – und wie er

verharmlost wird

Rosalie Bertell35 beschreibt, wie die winzigen, gasartigen „Nanopartikel“ (vgl. F.note

1!) aus Uran im Stoffwechselgeschehen der Körperzellen und auf die Erbinformation

der DNA in den Zellen Einfluss nehmen. Sie macht deutlich, dass auf der Ebene des

biologischen Zellgeschehens immer eine Vielfalt von Faktoren in Wechselwirkung

zueinander stehen. Nur die Berücksichtigung dieser Komplexität bringt die volle

schädigende Wirkung des Uranstaubs als radioaktives Schwermetall zusammen mit

anderen Faktoren zum Vorschein. Die eindimensionalen mathematischen

Schadensberechnungen der Strahlungskommissionen im Dienste des militärisch13

industriellen Komplexes können – und wollen – die Schädigungen durch den

Uranstaub nicht zur Kenntnis nehmen.

Zusammenfassend stellt sie fest:

Die Probleme «sind viel zu komplex, als dass sie mittels einer reduktionistischen

Methode, die den toxischen Effekt einer einzelnen Komponente herausfiltert – selbst

wenn es sich um DU handelt –, beurteilt werden könnten. Eine Erhöhung der freien

Radikale, Schwermetallvergiftungen, die Komplexität und Sensitivität gestörter

Zellreaktionen, geschädigte Organzellen, dysfunktionale Enzyme und Hormone und

das Eindringen von Mykoplasmen – alles Vorgänge, die gleichzeitig innerhalb

lebenswichtiger Organe stattfinden – verursachen enorme Probleme für das Leben

und Überleben. Die von Physikern verwendete mathematische Methodik eignet sich

nicht für unlösliche Nanopartikel wie das keramische DU, das zusammen mit dieser

toxischen Suppe innerlich eingelagert ist.

Die mathematische Standardberechnung des strahlungsbedingten Krebstodrisikos ist

auf Grund der zahlreichen anderen karzinogenen Mechanismen, der Fehlfunktionen

bei der Zellreparatur und komplexen biochemischen Reaktionen, die nicht in die

Berechnungen einbezogen sind, voraussichtlich irreführend. Bei den Veteranen,

deren Krankheiten durch innerliche radioaktive Verseuchung und durch die

verschiedenen Fehlfunktionen der Zellen verursacht wurden, und die trotzdem

versuchen, ein normales Leben zu führen und ihre Familien zu ernähren, ist die

strahlenphysikalische Vorhersage über das durch Niedrigstrahlung verursachte

Krebstodrisiko wahrscheinlich sowohl falsch als auch irrelevant. Die Behörden

werden aber diese unzutreffenden Modellrechnungen sehr ernst nehmen, wenn es

um die Vergabe von Schadensersatz geht.

Die Kriegsveteranen und auch das medizinische Personal, das ihnen hilft, müssen

verstehen, was in diesem Krieg geschah und was getan werden kann, um die

Situation der Veteranen zu verbessern. Sie brauchen medizinische, finanzielle und

politische Hilfe.».( )

Siegwart-Horst Günthers Untersuchungen im Irak nach dem Golfkrieg 199136

Meine Untersuchungsergebnisse weisen Ähnlichkeit mit Symptomen auf, wie sie in

letzter Zeit in dem sogenannten „Golf-Kriegs-Syndrom“ bei alliierten Soldaten und

deren Kindern beschrieben werden. Die genetischen Missbildungen amerikanischer,

britischer und irakischer Kinder gleichen sich.(…)

Schätzungen der britischen Atomenergiebehörde zufolge sollen etwa 40 Tonnen

dieser Munition im Grenzgebiet zu Kuweit herumliegen; andere Experten gehen

allerdings von 300 Tonnen aus. Wegen zu großer Gesundheitsgefährdung für ihre

Mitarbeiter wurde von einer britischen Firma der Auftrag zur Entfernung dieser

Uranmunition abgelehnt. Da in diesen Wüstengebieten auch Regenzeiten auftreten,

gelangt die Toxizität ins Grundwasser und schließlich auch in die Nahrungskette. Es

ist eine langfristige Gefahrenquelle für die dort lebenden 500.000 Menschen, die sich

nach neueren Untersuchungen wohl auch schon auswirkt.

Aus den Kampfgebieten des Kuwait wurde von Beduinen berichtet, dass in der

kuweitisch-saudischen Wüste Hunderte von toten Kamelen, Schafen und Vögeln

lägen, die von amerikanischen Truppen zu Schießübungen benutzt worden seien.

Untersuchungen eines amerikanischen Veterinärmediziners und Experten für

Infektionskrankheiten hätten jedoch ergeben, dass diese Tiere weder

Schussverletzungen zeigen noch an Seuchen verendet sind. Einige dieser toten

Tiere seien von Insekten übersäht gewesen, die ebenfalls abgestorben waren. Es

muss also eine andere Ursache diesem Tiersterben zugrunde liegen.

Nach Forderungen von Saudi-Arabien mußten sämtliche durch Uranmunition

zerstörten Fahrzeuge und Kriegsgeräte von der US-Armee eingesammelt und in die

USA abtransportiert werden; sie waren zuvor in der Wüste eingegraben worden.

Nach US-Angaben werden für das „Golfkriegssyndrom“ Milzbrand- und

Botulismusimpfungen, Malariaprophylaxe, Benzene zur Entlausung,

Pyridostigminbromid gegen das Nervengas Soman, Insektenschutzmittel DEET oder

Permetrin sowie aber auch die von ihnen verwendete DU-Munition verantwortlich

gemacht. Giftgase wurden im Zweiten Golfkrieg nicht eingesetzt.

Auf die Gefahren der DU-Geschosse deutscher Technologie wurden die alliierten

Truppen erst neun Tage nach Kriegsende aufmerksam gemacht. Von

Golfkriegsveteranen aus den USA und GB wird über Krankheitserscheinungen

berichtet, die anscheinend auf den Kontakt mit DU-Munition zurückzuführen sind. Es

wird u.a. über Schädigungen verschiedener Organe, Zahn- und Haarausfall oder

Krebsbildungen berichtet. Schwangeren Militärangehörigen seien missgebildete

Kinder geboren worden.(…)

Nach Angaben des Präsidenten der US-Golfkriegsveteranen sind vom sogenannten

Golfkriegssyndrom“ 50.000 bis 80.000 US-Armeeangehörige betroffen, bisher

mußten 39.000 von ihnen aus dem aktiven Militärdienst entlassen werden, 2.400 bis

5.000 seien bisher verstorben. In GB litten etwa 4.000 Golfkriegsveteranen am

Golfkriegssyndrom“(…) (Die Zahlen sind heute wahrscheinlich höher.[B.R./F.V.])

Missgebildet geborene Kinder wurden im britischen Unterhaus vorgestellt. Dabei

gaben diese Golfkriegsveteranen auch ihre Kriegsauszeichnungen zurück. Aber

auch Australier, Franzosen und Kanadier seien vom „Golfkriegssyndrom“ betroffen.

Auch in Kuweit stiegen diese Krankheitsmerkmale immer weiter an. Im Irak werden

250.000 Männer, Frauen und Kinder mit derartigen Symptomen angegeben, die

Mortabilität sei hoch…

Inzwischen hat sich auch der Präsident der US-Golfkriegsveteranen meinen

Vermutungen angeschlossen, dass diese Erkrankungen Parallelen zu den

Vorgängen nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahre 1986 aufweisen.(…)

Im November 1996 wurde darüber berichtet, dass in Ex-Jugoslawien etwa 1.000

Kinder an einem Syndrom unbekannter Ursache litten: Kopf-, Unterbauch- und

Muskelschmerzen, Atemnot und Schwindel. Über 600 Kinder wurden in

Krankenhäuser eingewiesen. Im Dezember 1997 und Januar 1998 wurde in

bosnischen Medien darüber berichtet, dass es in einigen Gebieten des früheren

Jugoslawien zu einem dramatischen Ansteigen von Leukämie, Krebsbildungen und

missgebildeten Neugeborenen gekommen sei.

 

Eine seltsame Massenerkrankung habe auch Kühe erfasst: Die Milchproduktion

sinke vielfach rapide und versiege teilweise ganz. Der Blutanteil in der Milch sei oft

so hoch, dass sie für den menschlichen Genuss nicht mehr zu gebrauchen sei. In

einigen Fällen seien auch bei Kühen Missgeburten registriert worden: ohne Haut an

den Füßen, ohne Klauen oder Zunge, genetische Veränderungen, die auch bei

anderen Säugetierarten beobachtet worden seien. In Bosnien zeigten sich zudem

auch Veränderungen bei der Vegetation: Es gäbe sehr wenig Früchte, die keine

missgebildeten Formen zeigten. Nach Untersuchungen des Nuklear-

Forschungsinstituts in Vinca habe die radioaktive Strahlung nach den NATOBombardierungen

mit Uranmunition gefährlich zugenommen. Im Januar 2001 wird

auf den Titelseiten serbischer Zeitungen darüber berichtet, dass Kühe und Frösche

mit 2 Köpfen, Ziegen mit 8 Beinen geboren werden. Die Urankatastrophe träfe nicht

nur die Bevölkerung, heißt es dort. Auch deutsche Zeitungen haben darüber

berichtet.

Zu den Gefahren niedriger Radioaktivität hier auch die Ansichten einiger international

bekannter Wissenschaftler:

Der kanadische Wissenschaftler Abram PETKAU publizierte schon 1972 über den

nach ihm benannten Effekt, wonach kleinste chronische Strahlendosen 100- bis

1000-mal gefährlicher sein können, als es die internationalen

Strahlenschutzkommissionen bis auf den heutigen Tag annehmen.

Der US-Amerikaner W. GOFMAN, der an der Entwicklung der Atombombe beteiligt

war, sagte u.a.: „Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass ich, GOFMAN, nicht früher

Alarm über die Aktivitäten niedriger, ionisierender Strahlung schlug.“ „Ich denke, daß

mindestens einige 100 Wissenschaftler, die sich mit den biomedizinischen Aspekten

der Atomenergie beschäftigten, ich, GOFMAN, eingeschlossen, Kandidaten für

ein Nürnberg-ähnliches Gericht sind, da sie mit ihrer großen Nachlässigkeit und

Unverantwortlichkeit Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.“

Jetzt, da wir die Gefahren niedriger Strahlung kennen, ist das Verbrechen

nicht mehr ein Experiment, das wir machten, sondern Mord.“

Nach den Untersuchungen des US-Amerikaners Ernest J. STERNGLAS aus dem

Jahre 1974 erzeugt niedrige Radioaktivität nicht nur Erbschäden, Krebs und

Leukämie, sie vergrößert auch die große Zahl gesundheitlicher Risiken überhaupt. ….

Sie scheint selbst gewisse Umweltschäden wie das Waldsterben extrem nachteilig zu

beeinflussen. Epidemiologische Studien weisen sogar mit hoher statistischer

Sicherheit auf negative Wirkungen hin: Auf abnehmende Intelligenz, zunehmende

Kriminalität und die Immunschwäche AIDS. (…)

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete auch die sowjetische Industrie an der

Herstellung von Urangeschossen. Anfang der sechziger Jahre versuchte die

deutsche Militärspionage mit allen Mitteln, eine neuartige Panzergranate zu erhalten,

die von den Sowjets an die syrische Armee geliefert worden war.

Nach US-Berichten wurde auch die DU-Munition in Deutschland entwickelt. In

Weekly World News vom 7. Februar 1995 heißt es in der Schlagzeile: „German

company rocks world by selling NUCLEAR-TIPPED BULLETS.

Wie im deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet wurde, räumte die

deutsche Rüstungsfirma Rheinmetall ein, sie habe Anfang der siebziger Jahre

DU-Munition entwickelt und erprobt.37 Ein Göttinger Professor berichtete sogar,

Rheinmetall habe ihm angeboten, Testabschüsse mit verschiedenen Projektilen zu

 

beobachten, die von der Firma aus abgereichertem Uran angefertigt worden waren.

Auch der deutsche Rüstungskonzern MBB testete 17 Jahre lang DU-Munition (vgl.

Kapitel 5: Kristian Zitzlaff, Uranmunition in Deutschland).

Bei meinem Vortrag in Washington DC am 16. November 1997 wurde ich darauf

hingewiesen, das General Schwarzkopf, der Oberkommandierende der Alliierten im

Zweiten Golfkrieg, über die Nebenwirkungen der DU-Munition deutscher Technologie

keine Kenntnis hatte. Die alliierten Soldaten erhielten erst neun Tage nach

Kriegsende über die DU-Munition Kenntnis, da aus Versehen mit dieser Munition

auch eine Reihe eigener Panzer abgeschossen worden war.

Nach jetzt vorliegenden Informationen wurde in den USA die DU-Munition im

Freilandversuch getestet, indem Stahlplatten mit DU-Munition beschossen wurden.

DU-Munition wurde auch über dem Meer getestet. Alle diese Vorgänge wurden

gefilmt und fotographiert. Es wäre daher verständlich, dass man bei diesen

Versuchen die schwerwiegenden Nebenwirkungen der DU-Geschosse nicht kannte.

Auswirkungen der Uranwaffen in Bosnien: Schleichender Massenmord in

Hadzici

Bosnien 1995: Nach Aussagen von Professor Nedeljkovic von der Universität Nis

sind die Folgen des Nato-Bombardements während des Bosnien-Krieges verheerend

und besonders am Beispiel der Ortschaft Hadzici zu sehen. Er hält fest: «Praktisch

hat dieser Ort seine ganze Bevölkerung auf Grund der explosionsartigen Entwicklung

von Krebserkrankungen in den Jahren nach den Bombardierungen verloren.»38

Die Serben ahnten, dass die Bevölkerung von Hadzici nach der Bombardierung einer

gefährlichen Kontamination ausgesetzt sein könnte, und siedelten 3500 Bürger in

das serbische Gebiet Bosniens nach Bratunac um – aber es war zu spät, denn viele

Menschen waren bereits verseucht.

Eine Bürgerin von Hadzici erzählt: «Wir wohnten im Zentrum von Hadzici. In der

Nähe gab es eine Reparaturwerkstatt der serbischen Armee. Die Gegend wurde

am häufigsten bombardiert. Und auch das Zentrum wurde bombardiert. Was

wussten wir einfachen Leute denn, worum es ging? Dass hier aber etwas nicht

stimmte, hat uns ein Fall bewiesen: Ein kleines Mädchen hat in einem

Bombenkrater gespielt und anschließend fielen ihr alle Fingernägel ab. Sie

wurde ins Militärkrankenhaus nach Belgrad gebracht zu weiteren

Untersuchungen. Offensichtlich war etwas in der Kratererde, was das

verursacht hat. Das ist alles so schrecklich.».

Von den 3500 Umgesiedelten aus Hadzici starben in den nächsten 5 Jahren

1112 an Krebserkrankungen – fast ein Drittel dieser Menschen.

Kosovo und Serbien 1999: Gemäss der zugänglichen Informationen sind im Laufe

der 78 Tage dauernden Bombardierung 15 Tonnen abgereichertes Uran auf 7 Orte

im Süden Serbiens, vor allem rund um Vranje und Bujanovac, und nahezu 20

Tonnen auf 105 Orte im Kosovo, insbesondere rund um Prizren und Pec,

abgeworfen worden.39

 

Mitar Visnic, Ex-Major der serbischen Armee: «Wir waren überzeugt, dass man

die Uranmunition hier nicht anwenden würde. Wir haben gedacht, dass es nur

ein kleiner Krieg wird. Heute sehe ich, es war ein gut vorbereiteter Krieg,

dreckig und heimtückisch, und dass wir nur Spielfiguren waren, an denen man

alles ausprobieren konnte. Oder man wollte etwas loswerden, wovon man

zuviel hatte.»

Die Serben selbst haben während der Angriffe der alliierten Nato-Verbände akribisch

alle Angriffe und Bombardierungen dokumentiert und kontaminierte Gebiete

entsprechend gekennzeichnet.

Der frühere finnische Umweltminister Pekka Haavisto, der Vorsitzende des UNEPUntersuchungsteams,

war verärgert, weil die Nato beinahe eineinhalb Jahre die

Herausgabe von geographischen Angaben hinauszögerte. Haavisto: «Wir stellten

mitten in Dörfern, wo Kinder spielten, Strahlung fest. Wir waren überrascht, dass dies

noch eineinhalb Jahre später [nach dem Krieg] der Fall war. Die Menschen

bewahrten Munitionssplitter als Souvenirs auf, und in den verseuchten Gebieten

grasten Kühe. Das bedeutet, dass der verseuchte Staub in die Milch gelangen

kann.»40

«Im November 2002 bestätigte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen

(UNEP) das Vorhandensein von abgereichertem Uran an Orten, die von der

Nato bombardiert worden waren. Dort ließ sich ein 100-facher Anstieg der

Urankonzentration im Grundwasser feststellen. Die Sterblichkeitsrate in diesen

Gebieten hat sich verdoppelt, zumeist auf Grund von Krebs sowie

Leukämieerkrankungen bei Kindern.»41

Erst auf Drängen der Serben hat die Nato eine Karte veröffentlicht, auf der sie die

Gebiete der Uranwaffeneinsätze gekennzeichnet hat. Vergleicht man diese

Aufzeichnungen mit denen der Serben, so stellt sich heraus, dass die Angaben der

Nato nur die Hälfte der tatsächlichen Uranwaffeneinsätze aufzeigen.

Nach Ansicht der Nato drohen der Bevölkerung in diesen Regionen auch keine

Gefahren. (…)42

Verseuchte Flüsse 43

Prof. Velimir Nedeljkovic, Universität Nis, Serbien, berichtete im Januar 2007, daß in

Südserbien eine Wasserscheide von zwei Flußbereichen mit DU-Muniton

bombardiert wurde; sodaß über mehrere Flüsse die Meere, in die sie münden,

kontaminiert wurden: das Schwarze Meer und die Ägäis.

Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass schon im ersten Jahr des

Krieges DU in die Erde und in das Grundwasser eingedrungen ist, und dass

durch die klimatischen Bedingungen, Wind, Regen und andere

atmosphärische Vorgänge, das DU in einem größeren Gebiet verbreitet ist..(…)

Es stellt sich die Frage warum gerade Südserbien mit diesen Projektilen

bombardiert wurde. Südserbien gilt als unterentwickelte Gegend, es gibt

keine Befestigungsanlagen, und es ist nicht dicht besiedelt. (…)Es ist allgemein

bekannt, dass DU Projektile für Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Bunker u.s.w.

verwendet werden, um sie mit hoher Temperatur zerstören zu können. Während des

 

Krieges waren solche Objekte in diesem Landesteil nicht vorhanden. Da stellt sich

die Frage, was das eigentliche Ziel der Bombardierung war.(…)“

Barbara Hug berichtet nach einer Reise nach Serbien44

Die Nato bombardierte zielgenau – Infrastruktur, Fernsehstationen, Fabriken,

Elektrizitätswerke, Brücken, die Eisenbahn und die Flüchtlingskolonnen. Exakte

Daten der Bombardierung und ihre Ziele vgl. Yugoslav Daily Survey vom 8. Juni

1999. Zudem habe ein eigentlicher Ökozid stattgefunden vgl. Vojin Joksimovich,

Nato Commits Ecocide in Serbia, Vortrag am Serbian Unity Congress, Sept. 1999,

Cleveland/Ohio.

Das nukleare Forschungszentrum Vinca hat einige Örtlichkeiten – rund um einige

Bombenkrater – dekontaminiert, an denen die Verseuchung durch abgereichertes

Uran sehr stark war. Die Erde wurde abgetragen und in Fässern nach Vinca

gebracht, wo sie nun auf weitere Entsorgung wartet.

Bis 2001 weidete das Vieh auf dem Gelände. Erst 2001 wurde ein Zaun gebaut. Aber

die landwirtschaftlich genutzten Flächen von Serbien, die Wiesen für die Ziegen,

Schafe und Kühe – deren Verseuchung ist nicht zu beseitigen. Das

Umweltministerium scheint nicht gerne darüber zu informieren. Es gebe keine

genauen Daten, jedenfalls keine offiziellen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass

das arme Serbien Einkünfte von der Ausfuhr seiner landwirtschaftlichen Produkte

hat“

Radioaktive Verseuchung der Bevölkerung Afghanistans, 2001 bis heute

Von Asaf Durakovic 45

Nach den massiven Luftangriffen mit bunkerbrechenden Waffen in Afghanistan im

Dezember 2001 und dann auch im März 2002 entschloss sich das Uranium Medical

Research Center (UMRC) unter der Leitung von Professor Dr. A. Durakovic,

unmittelbare Feldstudien im Kriegsgebiet im Osten Afghanistans durchzuführen. Die

erste Feldstudie wurde im Sommer 2002, die zweite Feldstudie im Jahr 2003

durchgeführt. (Untersucht wurden Personen mit Golfkriegs-Symptomen auf

Uranisotope im Urin. B.R.). Die Forscher vermuteten, dass in den bunkerbrechenden

Waffen ein massiver Urankern eingesetzt wurde, um die Durchschlagskraft der

Raketen zu erhöhen. Tatsächlich stießen sie bei ihrem Eintreffen in Afghanistan auf

Zivilisten der Region, die an denselben Krankheitsmerkmalen litten wie viele der

Golf-Kriegsveteranen von 1991.

Uranstaub aus dem Irak weht bis nach England

Von Chris Busby 46

Waffen aus abgereichertem Uran werden mindestens seit dem Golf-Krieg 1991 im

Kampf verwendet. Seit diesem Krieg und nach der weiteren Verwendung dieser

 

Waffen auf dem Balkan in den späten 90er Jahren und möglicherweise 2002 in

Afghanistan gibt es Diskussionen über die gesundheitlichen Auswirkungen einer

Belastung durch Uranoxid-Aerosole, die erzeugt werden, wenn das Uran in der Luft

beim Einschlag verbrennt. Einerseits behaupten die meisten Behörden und

Regierungsstellen, dass gemäss einer konventionellen Bewertung auf Grund

der radiologischen Analyse der Internationalen Strahlenschutzkommission

(ICRP) die Intensität der Uranbestrahlung, die wahrscheinlich nach einer

Benutzung im Kampf anzutreffen ist, nicht ausreicht, um eine wesentliche oder

messbare gesundheitsschädigende Wirkung hervorzurufen (vgl. Kap. 4).

Weiter wird behauptet, dass Menschen den Strahlen überhaupt nicht ausgesetzt

werden: Die Kontamination der Umwelt bleibe auf die Einschlagstellen beschränkt.

Diese zwei Argumente werden von den Behörden benutzt, um die vielen Berichte

über die weitverbreiteten Gesundheitsschäden in den Gebieten, in welchen Waffen

aus abgereichertem Uran verwendet wurden, abzutun, womit die Streitkräfte vom

Vorwurf freigesprochen werden, sie hätten Waffen mit unterschiedsloser Wirkung

benutzt. Dies stellt einen wichtigen ethischen und vielleicht auch rechtlichen Punkt

dar, da deren Verwendung ähnlich jener von chemischen oder biologischen Waffen

von der Genfer Konvention verboten ist.

Damit aber kommen wir zum zweiten Hauptargument gegen Uranwaffen, der

Partikelverbreitung und der möglichen Verstrahlung der Menschen – einschließlich

Zivilisten –, die sich in einiger Entfernung von der Einschlagstelle befinden. Die

Verbreitung der Uranpartikel in der Umgebung nach einer Verwendung im

Kampfeinsatz ist eine Frage von beträchtlichem Interesse. Wenig wurde aber bisher

seitens der amtlichen Stellen unternommen, diese Verbreitung der Uranaerosole zu

ermitteln. Vielmehr wurde einfach behauptet, dass das Material in der Nähe der

Einschlagstelle bleibt und Menschen nicht kontaminieren kann, die sich weiter

entfernt als einige Dutzend Meter von dieser Stelle befinden.

Seit den frühen 90er Jahren wird Uran mittels Hochleistungs-Luftprobenfilter (HVAS)

routinemäßig durch das Atomwaffeninstitut (Atomic Weapons Establishment, AWE)

Aldermaston in Berkshire (GB) gemessen. Die Verpflichtung zur Messung von Uran

und auch Plutonium ist die Folge einer öffentlichen Untersuchung über die

Freisetzung dieser Stoffe in die Umwelt, die auf Grund der Besorgnis der lokalen

Bevölkerung nach der Feststellung eines wesentlich erhöhten Aufkommens von

Kinderleukämie im Gebiet um die Anlage durchgeführt wurde.

Das AWE hat seit dieser Zeit das Uran in der Luft überwacht. Seit 2000 wurden dann

alle zwei Wochen genaue Bestimmungen mit Hilfe der Hochleistungs-Luftprobenfilter

durchgeführt.

Einige Geräte stehen direkt auf dem Institutsgelände, andere wurden etwa 15

Kilometern von der Anlage entfernt aufgestellt. Wir haben deren Ergebnisse erhalten.

Die Untersuchungen über den Urangehalt, über die dort berichtet wird, zeigen, dass

es eine signifikante Zunahme an Uran in sämtlichen Filtern am Beginn des Irak-

Kriegs gegeben hat, die bis zum Ende des Krieges angedauert hat. Die Höhe der

Urankonzentration überschritt während dieser Zeit in der Stadt Reading den von der

Umweltagentur dafür festgesetzten Schwellenwert von 1000 nBq/m3 zweimal.

Wir berichten über die Wetterverhältnisse zu dieser Zeit und zeigen auf, dass es über

den gesamten Zeitraum hinweg einen beständigen Luftstrom vom Irak nordwärts

gegeben hat und dass Großbritannien im Zentrum eines Hochdruckgebiets lag, das

 

Luft vom Süden und vom Südosten mit sich brachte. Geht man vom

durchschnittlichen Atemvolumen eines Menschen aus, bedeutet das, dass, mit der

Zunahme von Uran in der Luft um etwa 500 nBq/m3, jeder Mensch in der ganzen

Gegend etwa 23 Millionen Uranpartikel mit einem Durchmesser von etwa 0,25

Mikrometer eingeatmet hat. Wir schlagen vor, die Gesundheitsdaten, insbesondere

die Geburtsdaten, auf mögliche Auswirkungen der erhöhten Strahlenbelastung hin zu

untersuchen. Unseres Wissens ist dies der erste Beleg, der aufzeigt, dass die

Uranschwebstoffe in der Umwelt langlebig sind und sich über weite Distanzen

verbreiten können.

Die Entfernung zwischen Bagdad und Reading mit den Windmodellen unter

den damals vorherrschenden Luftdrucksystemen beträgt etwa 4000 km. Auch

wenn diese Entfernung anfangs schwer zu glauben sein mag, sollten uns die

regelmäßigen Wüstensand-Niederschläge in Großbritannien daran erinnern, dass

der Planet nicht so groß ist und dass hinsichtlich gewisser langlebiger

Luftschadstoffe «kein Mensch eine Insel» ist. Diese alarmierende Erkenntnis wurde

erstmals nach den überirdischen Atomversuchen der 60er Jahre und den daraus

resultierenden Strontium-90-Befunden in der Milch dokumentiert, und später wieder

nach dem Unfall in Tschernobyl. Aber die Verwendung von uranhaltigen

Kampfwaffen, besonders der neuen bunkerbrechenden Bomben, die angeblich über

eine Tonne Uran im Sprengkopf haben, ist – wie die überirdischen Atomversuche –

etwas, das von Menschen gesteuert wird; es handelt sich nicht um Unfälle.

Die Ergebnisse aus den AWE-Filtern sollten uns zeigen, dass die Folgen nicht auf

das Verwendungsgebiet beschränkt bleiben. In der Tat, auf Grund der hier

berichteten Ergebnisse hat es eine wesentliche Belastung der Bevölkerung in vielen

Ländern gegeben. Uran ist ein starker genotoxischer Stressor. Obwohl die

Urankonzentrationen in der Luft hinsichtlich Masse gering sind, legen die Befunde

nahe, dass die Messungen in Großbritannien auf die Verbreitung einer neuen Art

Uran, der keramischen Submikron-Oxidpartikel, hinweisen. Es ist anzunehmen, dass

die Urankonzentrationen in der Luft in den dem Irak näherliegenden europäischen

Ländern höher waren als die aus der Nähe Aldermastons. Angesichts der vielen

Berichte über genetisch übertragbare Auswirkungen in den Gebieten, wo Uran

verwendet wurde und wo solche Partikel erzeugt wurden, und angesichts der

gemeldeten Krankheiten von Golf-Kriegs-Veteranen wäre es sinnvoll,

Zeitreihenanalysen der Kindersterblichkeit und der Häufigkeit der angeborenen

Missbildungen in europäischen Datenbanken für Kinder, die als Fötus oder deren

Eltern vor der Zeugung Mitte März 2003 einer möglichen Belastung ausgesetzt

waren, durchzuführen. Wir haben das britische statistische Amt um

Monatsergebnisse gebeten, die anscheinend aber noch nicht fertig sind.

Italien: Minister bestätigt Tumorerkrankungen von Soldaten nach

Auslandeinsatz47

Mit grosser Verspätung kommt das Drama des Todes von italienischen Soldaten ans

Licht, die an durch Uranmunition verursachten Tumoren gestorben sind. Es handelt

sich um einen Skandal von erschreckendem Ausmass, der von den kriegführenden

Mächten sorgfältig verborgen gehalten wird. …

 

Im Verlauf der Anhörungen vor der parlamentarischen Untersuchungskommission

des Senats über DU (abgereichertes Uran) hat der italienische Verteidigungsminister

Arturo Parisi erklärt: «Insgesamt sind 255 Soldaten, die zwischen 1996 und 2006 an

Missionen im Balkan, in Afghanistan, im Irak und in Libanon teilgenommen haben,

von Tumorerkrankungen betroffen. Von diesen sind 37 bereits gestorben.» …

Ganz anders die Einschätzung des Osservatorio militare. Domenico Leggiero,

Vertreter der Organisation, die sich um die Armeeangehörigen und deren Familien

kümmert, sagt, dass die Angaben des Ministers falsch sind: Leggiero erklärt,

«andere offizielle Zahlen der Armee mit der fast zehnfachen Anzahl an Erkrankten

und einer dreifachen Zahl von Todesopfern» vorweisen zu können.

Deutsche Leihsoldaten im Irakkrieg verstrahlt

von Christoph Hörstel, München48

(…)Nach Aussagen eines Unteroffiziers war es ein kompletter Zug von Soldaten der

deutschen Bundeswehr (Zugstärke normalerweise zwischen 50 und 70 Mann), der

im März 2003 loszog – und im Irak-Krieg an der Seite von US-Truppen dort

eingesetzt wurde, wo Strahlenschäden zu erwarten waren.(…)

Im Anschluss an den Dienst im Irak verstarb die Hälfte (!) seiner deutschen

Kameraden dieser deutsch-amerikanischen Sondertruppe an Krebs, offenbar

verursacht durch Strahlung.(…)“

Die Soldaten wurden im Frühjahr 2003 für diesen Einsatz angeworben, indem man

ihnen bessereBeförderungschancen in Aussicht stellte. Sie schieden offiziell aus der

Bundeswehr aus, meldeten sich freiwillig bei den US-Truppen und zogen mit ihnen in

den Irak-Krieg. Später sollten sie wieder zur Bundeswehr zurückkehren. (Anm. von

B.R./F.V.)

 

4. Unterschlagene oder verharmlosende

Forschungsberichte – bedrohte Forscher

Nato manipuliert Presse

Autor will nicht genannt werden 49

(…)Die Bevölkerung wurde von der US-geführten Nato seit spätestens Mitte der 90er

Jahre in den USA und seit spätestens Frühjahr 2001 in Europa abgelenkt und in die

Irre geführt. Mira Beham und Jörg Becker beschreiben 50in ihrer Studie wie solche

politischen Manipulationsaufträge aussehen.

Der Januar 2001, genauer der 10. Januar 2001, an dem die Nato unter Moderation

des damaligen Generalsekretärs Lord Robertson eine Pressekonferenz und ein

Briefing für ausgewählte Journalisten mit Wissenschaftern im Dienste des Militärs

veranstaltete, ist ein wichtiges Datum, das den Scheidepunkt markiert. Bis zu diesem

Datum wurden täglich alarmierende Berichte über das Problem der Uranwaffen in

den «Leitmedien» vieler europäischen Länder veröffentlicht, und Politiker und

Parteien – interessanterweise immer aus den jeweiligen Oppostionslagern –

meldeten sich zu Wort. Ihre Überlegungen wurden über die Leitmedien zu Beiträgen

einer öffentlichen Debatte. Nach dem 10. Januar 2001 verstummte die Diskussion.

Der Spiegel beendete erst am 22. Januar 2001 – noch mit einem sehr lesenswerten

Artikel – die Behandlung des Themas. Andere hatten schon vorher «abgestellt», ab

Februar wurden in diesen Medien – wie auf Kommando – keine weiteren Berichte

mehr zu dem Thema veröffentlicht. Statt dessen wurden … einige speziell

vorbereitete, das Thema «abschließende» Veranstaltungen durchgeführt, an denen

Wissenschafter, im Sold abhängiger Institutionen stehend, zur Entwarnung bliesen

und anwesende Militärs und Politiker den Beschluss «Ende der Debatte» umsetzten.

Seitdem herrschte in der politischen öffentlichen Debatte und in den Massenmedien

Grabesstille.(…)

In die gleiche Richtung geht eine Passage in einem Text von Dai Williams:

Untersuchung der im Libanon-Krieg 2006 eingesetzten Waffen, Ein

Zwischenbericht“, abgedruckt in Zeit-Fragen Nr. 7 vom 21. Februar 2007, S. 8

(Anm. von B. R. / F. V.)

Beschönigende Einschätzungen

1. Die Internationale Kommission für Strahlenschutz (ICRP)

Die ICRP ist ein Gremium, das an Regierungen und supranationale Institutionen

Empfehlungen zum Strahlenschutz herausgibt. Sie entscheidet politisch zwischen

der für den Körper verträglichen Strahlung und der Strahlendosis. die sie für politisch

vertretbar hält.(…) Während die Mitglieder dieser Organisation zwar auf dem Gebiet

der Strahlenphysik kompetent erscheinen, wurde jedoch Kritik laut, dass sie auf dem

Gebiet der Strahlenbiologie bedeutend weniger gut sind. Die ICRP verwendet Daten

der Atomexplosionen von Hiroshima und Nagasaki, um die Wirkung von

Strahlendosen und Strahlenexpositionen abzuschätzen. Die japanischen

Bombenopfer waren einer plötzlichen Explosion mit von außen einwirkender

Gamma- und Beta-Strahlung ausgesetzt. Wie aufgezeigt wurde, führt eine

 

langanhaltende Kontamination der Umwelt durch DU respektive Uranwaffen

[dagegen, B.R./F.V.] zu einer chronischen körperinneren Strahlenbelastung durch

Alpha-Strahlen, und dieser Sachverhalt macht die Strahlendosisraten der ICRP

ziemlich irrelevant.(…) (Quelle: ICBUW, a. a. O. Fn. 2)

Beschönigende Einschätzungen

2. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

2001 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation einen Bericht, in dem

behauptet wurde, dass die Belastung durch die Uranmunition außer unter ganz

besonderen Umständen keinerlei Anlass zur Sorge um die öffentliche Gesundheit

böte.51 In der Folge wurde bekannt, dass wichtige Papiere des USVerteidigungsministeriums

über die genetische Toxizität der Uranmunition aus dem

Bericht herausgenommen worden waren. Dr. Keith Baverstock, der in der

Strahlenschutzabteilung der WHO arbeitete, glaubt, dass Druck von höchster Ebene

ausgeübt wurde, um diese Forschungsergebnisse zu übergehen.52 Es ist

offensichtlich, dass die WHO nur so stark ist, wie die Mitgliedstaaten, die sie

finanzieren, es ihr erlauben. Die Quelle weiterer Verwirrung ist ihre Beziehung zu den

Schwesterorganisationen wie zur Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), deren

Ziel es ist, den Einsatz atomarer Energie zu fördern. Der Bericht der WHO

verwendete dieselben ICRP-Modelle, die nachweislich nicht in der Lage sind, die

Effekte interner radioaktiver Strahlungsquellen richtig darzustellen. (Quelle: ICBUW

a. a. O.; vgl. Fn. 2)

In Zeit-Fragen vom 11. Oktober 2006 (Seite 4) schrieb ein anonymer Autor:

(Es) stellt sich über kurz oder lang die Frage, warum sich die

Weltgesundheitsorganisation WHO nicht bzw. erschreckend nichtssagend und falsch

über die gesundheitlichen Gefahren äußert, die von ionisierender Strahlung

ausgehen, und damit einen Verrat an ihren Kernaufgaben begeht.

Dies wird erst dann verständlich, wenn man weiß, dass (…) die IAEA die WHO

schon 1959 mit einem Vertrag zum Schweigen zwang. Im Artikel 1 des Abkommens

zwischen IAEA und WHO vom 28. Mai 1959 heißt es, dass «die IAEA die primäre

Verantwortung trägt sowohl für die Förderung, die Unterstützung und die

Koordination der Forschung als auch für die Entwicklung und die praktische

Anwendung der Atomenergie für den friedlichen Gebrauch in der ganzen Welt

unbeschadet des Rechts der WHO, sich selber mit der Förderung, der Entwicklung,

der Unterstützung und der Koordination der internationalen Gesundheitsarbeit

einschliesslich der Forschung, in all ihren Aspekten zu befassen.»

Dieses Recht der WHO zu selbständiger Gesundheitsarbeit ist aber praktisch im

Bereich der Atomenergie nicht existent, durch den Anspruch des Artikel I, (3) der

besagt, dass „wenn immer die eine der beiden Organisationen beantragt, ein

Programm oder eine Aktivität zu einem bestimmten Thema zu initiieren, das die

substantiellen Interessen der anderen Organisation berührt oder berühren könnte,

die erste Partei die andere konsultieren soll im Hinblick auf eine einvernehmliche

Regelung der Angelegenheit».

 

Im Klartext heisst dies, dass die WHO sich jedes Forschungsprojekt zu

gesundheitlichen Auswirkungen von ionisierender Strahlung von der IAEA

genehmigen lassen muss.(…)

Unterdrückte Forschungen:

Das Radiobiologische Institut der US-Streitkräfte (AFFRI)

Zwischen 2000 und 2003 stand Dr. Alexandra Miller an der Spitze der von der USRegierung

finanzierten Forschung zur chemischen Toxizität und Radioaktivität von

Uran. Nachdem sie mehrere von Fachkollegen überprüfte Berichte herausgegeben

hatte, in denen sie besorgniserregende Beziehungen zwischen Uran und

gesundheitlichen Problemen festgestellt hatte, wurde die Finanzierung ihrer

Forschung gestoppt. Sie und ihre Kollegen hatten zum ersten Mal nachgewiesen,

dass in den Körper aufgenommene Uranoxide «eine beträchtliche Erhöhung von

DNA-Veränderungen bei Zellen im Bereich der Harnwege zur Folge haben können»,

dass sie menschliche Zellen in Zellen umwandeln können, die bei Mäusen mit

unterdrückter Immunreaktion Krebstumore hervorrufen können, und dass

abgereichertes Uran in der Lage ist, DNA-Schäden zu verursachen, obwohl keine

bedeutenden radioaktiven Zerfallsprozesse stattfinden, das heißt allein schon durch

seine chemische Giftigkeit. Dass ihre Forschung unterdrückt wurde, ist typisch für die

Geheimhaltung, die in der Debatte um die Uranwaffen vorherrscht. (Quelle: ICBUW,

a. a. O.; Fn. 2)

Verheimlichte Untersuchungsergebnisse

Barbara Hug 53

Im Jahre 1999 habe in Serbien noch niemand über die Probleme mit DU geredet.

Schliesslich wurde es durch erkrankte italienische, deutsche und portugiesische

Soldaten ans Tageslicht gebracht. In Serbien selbst sprach Zoran Stankovic von der

Militärakademie als erster darüber. Er hatte die Leichen von Soldaten aus dem

Bosnien-Krieg untersucht. 1996 sei Sarajevo bombardiert worden. Stankovic habe

eine Nachuntersuchung der Soldaten gefordert, die auch durchgeführt wurde, jedoch

wurde nichts davon veröffentlicht.

Ob die Amerikaner denn keine Sorge hätten, dass ihre Soldaten in Camp Bondsteel,

die im schwer kontaminierten Gebiet im Süden Serbiens untergebracht seien, krank

würden? Es seien in der Mehrzahl amerikanische Soldaten mit Latino-Herkunft, und

die gesamte Nahrung würde vom Ausland hereingeschafft …

Beeinflussung der NGOs in Serbien

Barbara Hug54

Die Nato versuche, so unsere serbischen Gesprächspartner, ein gezieltes weiches

Lobbying unter den Nichtregierungsorganisationen in Serbien zu betreiben, damit

sich keine Umwelt-NGO mit der Problematik des abgereicherten Urans befasse. Die

Einflussnahme geschieht über verschiedene Kanäle. Einer davon ist das Geld. Nur

 

für «richtige» Projekte erhalten die NGOs Geld, meist aus dem Ausland, von

Frankreich, Schweden, Deutschland oder England. (…) Westliche Regierungen

zahlen an die serbischen NGOs. Eine andere Kanalisierung im politischen Sinn ist

die Vereinnahmung kleiner NGOs durch größere, zum Beispiel durch das Regional

Environmental Center for Central and Eastern Europe, mit Sitz in Szentendre,

Ungarn. Woher fließt das Geld für diesen Dachverband, der die kleinen NGOs an

sich zu binden versucht? Eine kleine NGO in Serbien hat kaum eine Möglichkeit,

ohne Beitritt zu diesem «Dach» Unterstützung zu erhalten.

Studien unter Verschluß

Angelika Claußen 55 berichtet:

Der pensionierte WHO-Experte Keith Baverstock ist Mitautor einer Studie, die die

WHO bisher unter Verschluss gehalten hat. In dieser Studie führt er aus, dass die

direkt von der Niedrigdosisstrahlung des DU getroffenen Zellen dem sog. Bystander

Effekt unterliegen. Dadurch werde nicht nur das genetische Material der direkt

getroffenen Zelle, sondern auch das der Nachbarzellen destabilisiert und könne so

die Ursache für Krebs und andere Erkrankungen darstellen.

Nach dem Golfkrieg 1991 geriet die US-Regierung (auch die britische Regierung)

durch die Veteranenverbände enorm unter Druck und musste wissenschaftliche

Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen des DU in Auftrag geben.

Ergebnisse:

U.S. General Accounting Office 1993: „nicht lösliche Oxide, die inhaliert wurden,

verbleiben länger in der Lunge und stellen ein potentielles Krebsrisiko dar infolge

der radioaktiven Strahlung. Über die Nahrungskette aufgenommene Teilchen

stellen ein radioaktives und ein toxisches Risiko dar.“

Army Environmental Policy Institute 1995 : “Wenn DU in den Körper gelangt, hat

es die Fähigkeit, signifikante medizinische Folgen zu hinterlassen. Die Risiken,

die mit DU assoziiert sind, sind sowohl chemischer als auch radiologischer Natur.“

Trotzdem heißt es im Schlussbericht des Presidential Advisory Committee of Gulf

War Illnesses 1996:

Es ist unwahrscheinlich, dass die gesundheitlichen Auswirkungen, die von den

Golfveteranen beklagt werden, auf die Exposition von DU zurück zu führen

sind.“56(…)

USA behindern Studien

Angelika Claußen berichtet weiter:

Seit 1998 waren Berichte von Medizinern aus dem Irak bekannt geworden, die auf

eine Erhöhung der Kinderleukämien und der Missbildungen bei Neugeborenen

hinwiesen, vor allem in der Region um Basra. Der Irak wandte sich daher an die UN

mit der Bitte um Durchführung einer Studie, durch die diese Phänomene aufgeklärt

werden sollten. Allerdings verhinderte eine starke US-Lobby, dass die

Generalversammlung der UN diese Bitte zu ihrem Beschluss machte.

 

Es gibt eine Reihe von Widersprüchen und offenen Fragen, mit denen wir uns künftig

wissenschaftlich auseinander zu setzen haben. Leider tun die Amerikaner alles, um

eine systematische Bearbeitung dieses Bereichs zu behindern – durch Ignoranz,

Nicht-zur-Verfügung stellen von bereits vorliegenden Daten und

Forschungsergebnissen, Verweigerung finanzieller Unterstützung von unabhängigen

Wissenschaftlern für solche Arbeiten, gezielte Desinformation in der Öffentlichkeit

usw.

Gleichgeschaltete Presse leugnet Gesundheitsrisiken

Weiter Angelika Claußen:

Als Ärztin und Teilnehmerin einer Friedensdelegation war ich gerade aus Basra von

unserem Besuch des Mutter-Kind-Hospitals zurückgekehrt. Der ZDF-Reporter, der

mich interviewte, meinte vorab: „Kommen Sie bloß nicht damit, dass die Ursache für

die vielen, an Leukämie erkrankten Kinder etwas mit DU, abgereichertem Uran, zu

tun haben könnte. Das wird unser Sender auf keinen Fall bringen!“ Ich fühlte einen

leichten Schock in mir. Eine ursprünglich wissenschaftliche Debatte ist so politisiert

und polarisiert, der „eingebettete Journalismus“ funktioniert reibungslos.(…)

Der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Scharping hatte Berichte über

Gesundheitsgefahren infolge der während des Kosovo-Krieges verwendeten

Uranmunition zum „Blödsinn“ erklärt und kategorisch behauptet,„ein Strahlenrisiko

gibt es nicht“.

Irreführende neuere Untersuchung57

Eine Untersuchung deutscher im Balkan stationierten Soldaten und bei der

Bevölkerung Kosovos hinsichtlich deren Vergiftung und Verstrahlung durch DUMunition

ist in die Kritik geraten. Die offizielle Untersuchung hatte behauptet, «dass

sowohl die Friedenstruppen wie auch die Einwohner keinen bedeutsamen

Belastungen von DU ausgesetzt waren».

Als besonders schwerwiegend werden zwei Punkte erachtet:

1. Das ausschliesslich eingesetzte Messverfahren «ICP-Massenspektrometrie» ist

nicht geeignet, «strahlen»verursachte Krebsrisiken in ausreichendem Umfang zu

bewerten. Strahlenbelastungen aus Trans-Uran (Plutonium, Americium, Curium),

die schon bei geringer Uranbestrahlung entstehen und ab 1-Millionstel-

Massenanteil wirksam werden, wurden nicht erfasst. Es fehlen Alpha- Betha- und

Gamma-Spektralanalysen.

2. Selbst erste Hinweise auf Anomalitäten sind verschleiert worden: (…)die

Auflistung [der Rückstände, B.R./F.V.] von Uran 234 im Urin [wird ] bewusst

unterlassen. (…)In [einer anderen] Tabelle (Wasser, weit entfernt von den

Betroffenen) besteht dagegen der Mut, U 234 zu nennen.

(…)Die Untersuchung ist im wesentlichen von 8 Wissenschaftern des GSF –

Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit – Neuherberg/München getragen,

das sich als nationales Forschungszentrum «GSF – National Research Center for

 

Environment and Health, Institute for Radiation Protection» – darstellt. Es bestand die

Aufgabe, die Krebsrisiken infolge des Einsatzes von Uran für deutsches Personal

und auf die Bevölkerung Kosovos zu untersuchen. Der Auftraggeber und die

Formulierung des Auftrages werden verschwiegen.

Die Defizite sollten im Interesse seriöser wissenschaftlicher Berichterstattung

beseitigt werden. (…) man sollte dabei bedenken, dass die Krankheitsrate der im

Golfkrieg erkrankten US-Soldaten in die Hunderttausende geht.

Gleichgeschaltete Presse während der Balkankriege 58

Die PR-Firmen, die während der Balkan-Kriege tätig waren, sind ganz überwiegend

mächtige, gesellschaftlich (zumindest in der US-Gesellschaft) anerkannte und

vertrauenswürdige Kommunikationsspezialisten. Sie gelten als glaubwürdige Quellen

und Akteure, insbesondere wenn man ihr personelles Profil berücksichtigt. Sie

erfüllen alle Voraussetzungen eines »unabhängigen Botschafters« («independent

messenger»), wie er für die Public diplomacy gefordert wird (Peterson 2002).

Somit haben wir in den Balkan-Kriegen die Konstellation, dass Kriegsregierungen

ihre Propaganda durch den Filter von PR-Agenturen und deren zahlreiche

Kommunikationskanäle in glaubwürdige Botschaften verwandeln konnten. Daraus

resultiert eine starke Homogenisierung der öffentlichen Meinung in den USA (und in

den westlichen Gesellschaften überhaupt): die US-Regierung, amnesty international,

Human Rights Watch, Freedom House, das United States Institute of Peace, die

Soros Foundation, liberale Intellektuelle und weite Kreise der Konservativen, die

Vereinten Nationen, Journalisten, aber auch die Regierung in Zagreb, die Regierung

in Sarajevo, die Führung der Kosovo-Albaner, die UÇK – sie alle haben, mit

geringfügigen Nuancen, eine praktisch identische Lesart der Balkan-Kriege publiziert.

Und sie ist deckungsgleich mit der Propaganda der exjugoslawischen,

nichtserbischen Kriegsparteien.

Verweigerte Abdruckgenehmigung

23. April 2007

Sehr geehrte Frau Runge,

leider kann ich Ihnen die erbetene Abdruckgenehmigung für Textstellen aus meiner

Veröffentlichung über DU-Munition nicht erteilen.

Ich habe lange mit mir gerungen, möchte aber nach meinen Erfahrungen aus den

Jahren 2002/2003 nun lieber meine Familie schützen und meinen Namen nicht

wieder in die Öffentlichkeit bringen.

Ich bitte um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

xxx

Freie Journalistin

 

Mordanschläge auf Siegwart-Horst Günther59

(…)Seit Ende 1991 diagnostizierte ich im Irak eine bisher unbekannte Krankheit, die

auf Funktionsstörungen der Nieren und Leber zurückzuführen war. In einem Artikel

hatte ich am 28. Oktober 1991 unter der Überschrift „Wurden irakische Kinder Opfer

von ABC-Kampfstoffen?“ darüber berichtet. 1991 entging ich in Jordanien nur knapp

einem Mordanschlag und wurde im Dezember 1993 bei einem zweiten Anschlag in

Deutschland schwer verletzt.

Die Untersuchung eines dieser ungewöhnlichen Geschosse brachte mich in

Deutschland in größte Schwierigkeiten: Es war hochtoxisch und zeigte eine hohe

Radioaktivität; auch die Geschossummantelungen waren radioaktiv. Das Projektil

wurde mit den Geschossummantelungen von einem großen Aufgebot deutscher

Polizei in Schutzkleidung beschlagnahmt, unter größten Sicherheitsvorkehrungen

abtransportiert und in einer gesicherten Deponie gelagert. Ich wurde später wegen

Freisetzung ionisierender Strahlung“ inhaftiert und bei den Verhören misshandelt.

Der damalige deutsche Verteidigungsminister hatte die DU-Geschosse als völlig

ungefährlich bezeichnet und beabsichtigte, ein derartiges Geschoss im deutschen

Parlament zu zeigen. Als er aus der Presse von meiner Verhaftung erfahren hatte,

nahm er davon Abstand.(…)

Halbe Wahrheiten und ganze Lügen“60

Unter diesem Titel hat Dr. med. Ralf Cüppers mehrere Äußerungen der WELT, des

ehemaligen Verteidigungsministers Scharping (14. Januar 2001 in der ZDF-Sendung

Eser und Gäste“) und einen Artikel des Redakteurs Gero von Randow in der ZEIT

auf 40 Seiten einer gründlichen kritischen Analyse unterzogen. Da die

Bloßstellungen von Cüppers keine über die hier dargestellten Befunde konkret

hinausgehende Analysen enthalten, beschränken wir uns aus Platzmangel hier auf

diesen allgemeinen Verweis. Wir betonen aber, dass Cüppers‘ Text ein besonders

detaillierter Aufweis der Fahrlässigkeit ist, mit der in der Bundesrepublik weithin die

Problematik dieser lebensgefährlichen Waffen behandelt wird.

 

5. Uranmunition in Deutschland

Informationen? – nur scheibchenweise

Von Kristian Zitzlaff 61

Die Informationen, die innerhalb von zwei Wochen (Anfang des Jahres 2001,

B.R.F.V.) zumindest ansatzweise an die Öffentlichkeit gelangten, haben es in sich:

entgegen allen bisherigen Behauptungen haben die US-Streitkräfte Uranmunition in

Deutschland nicht nur gelagert, sondern auch verschossen, und in mindestens sechs

Fällen sind mit dieser Munition bestückte Panzer ausgebrannt. Und vorbei am

Parlament hat auch die Bundeswehr seit Anfang der 70er Jahre kontinuierlich

Forschungen und Versuche mit Uranmunition durchführen lassen und im Geheimen

Pläne zur Produktion dieser heimtückischen Munition entwickelt. Es waren die

Medien, die immer neue ”Skandale” offenlegten, während das BMVg sich ”widerwillig

die Informationen (…) aus der Nase ziehen” ließ. 62 Im folgenden werden die

bisherigen Enthüllungen zusammengetragen, die nur die Spitze des Eisbergs

darstellen. Denn weiterhin gibt es mehr offene Fragen und Widersprüche als

eindeutige Antworten.

Die Bundesregierung bestätigt, dass die Bundeswehr keine DU-Munition

entwickelt, besitzt oder zu Übungszwecken einsetzt und dass die Entwicklung,

Beschaffung oder Verwendung solcher Munition auch für die Zukunft

auszuschließen ist.” So erklärte das Bundesministerium für Verteidigung

(BMVg) am 12. Juni 1995, damals noch unter Minister Volker Rühe,

bezugnehmend auf schriftliche Fragen des SPD-Abgeordneten Georg

Pfannenstein. Weiter heißt es dort, dass ”zu keiner Zeit die Absicht bestand

oder besteht, DU-Munition in der Bundeswehr zu verwenden”. ”Nach

Erkenntnissen der Bundesregierung haben die in Deutschland stationierten

US-Streitkräfte DU-Munition im Bestand. Ein Verschuss zu Übungszwecken ist

in Deutschland mangels geeigneter Übungseinrichtungen nicht möglich und

daher untersagt“ 63.

Am 9. Oktober 1997 erklärte das Auswärtige Amt erneut in Antwort auf

schriftliche Fragen des obigen SPD-Abgeordneten: ”Die Bundeswehr verfügt

nicht über DU-Munition. Die Verbündeten verwenden keine DU-Munition für

Schießübungen in Deutschland. Demnach ist ein Risiko durch einen

versehentlichen Verschuss von DU-Munition auf dem Gebiet der

Bundesrepublik Deutschland nicht gegeben.” 64 Soweit die Theorie.

Verseuchungen durch US-Streitkräfte

Noch am 9. Januar 2001 bestätigten auch die US-Streitkräfte, DU-Munition zwar in

Deutschland zu lagern, diese aber hier nicht zu verwenden. 65 Wenig überzeugend

fand das hingegen u.a. der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz:

Wer über diese Munition verfügt, der wird sie natürlich auch zu Übungszwecken

heranziehen.”66

 

In der Tat gab das Hauptquartier der US-Landstreitkräfte in Europa (Heidelberg)

wenig später Fälle zu, bei denen DUMunition, angeblich aus Versehen, auf

Truppenübungsplätzen in Deutschland verschossen bzw. durch einen Unfall

verbrannt wurde. 1987 wurde demnach in Grafenwöhr (Oberpfalz/

Bayern) ”irrtümlich” Uranmunition verschossen, 1988 sei ein mit DU-Munition

beladener Panzer ausgebrannt.67

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping berichtete ebenfalls am 10. Januar

2001 von einem weiteren Vorfall 1985 in Altenwalde bei Cuxhaven (Niedersachsen)

interessanterweise fand sich in den späteren Ausführungen nie wieder ein Hinweis

auf diesen Vorfall. 68 Wiederum einige Tage später war dann von zwei Unfällen im

September 1988 die Rede, bei denen in den Ortschaften Gollhofen (Mittelfranken,

zwischen Rothenburg und Würzburg) und Oberaltertheim (Unterfranken, zwischen

Würzburg und Tauberbischhofsheim) zwei mit DU-Munition bestückte Panzer der

US-Streitkräfte bei einem Manöver ausbrannten. 69

Am 19. Januar informierte Scharping schließlich den Bundestag von nunmehr neun

Vorfällen zwischen 1981 und 1990, bei denen in drei Fällen DU-Munition von USStreitkräften

irrtümlich” verschossen worden sei und in sechs Fällen mit DU-Munition

bestückte US-Panzer ausgebrannt seien. Die Liste stammte aus dem Hauptquartier

der USLandstreitkräfte in Europa. Genannt wurden folgende Vorfälle: 1981 in Fulda

(Hessen), 1982 in Lampertheim (Hessen, nördlich von Mannheim), 1985 in Garlstedt

(Niedersachsen, nördlich von Bremen), 1985 in Schweinfurt (Unterfranken), 1986 in

Grafenwöhr, 1988 in Grafenwöhr, Gollhofen und Oberaltertheim sowie 1990 in

Wildflecken (Unterfranken, südöstlich von Fulda). 70

Nach Angaben des ”Spiegel” lag eine Liste dieser Vorfälle dem BMVg bereits seit

August 1996 vor! 71 Dass das BMVg auch schon in den 80er Jahren über die

Ereignisse informiert war, legt eine Äußerung des damaligen Leiters des

Planungsstabes des Ministeriums, Hans Rühle, nahe, der Anfang Februar 2001

gegenüber der ”Mitteldeutschen Zeitung” erklärte, damals ”alles getan” zu haben, um

Informationen über Uranmunition der US-Streitkräfte in Deutschland ”zu

unterdrücken”. Die Informierung der Öffentlichkeit ”über tausend strahlende USPanzer

auf deutschen Straßen” hätte eine ”politisch-psychologisch hoch gefährliche

Situation” heraufbeschworen.72

Wenn auch mittlerweile zumindest neun ”Einzelfälle” eingestanden worden sind, so

werden auch weiterhin die genauen Umstände der Vorfälle, wie Datum, Ursache,

Opfer sowie die Mengen des jeweils freigesetzten Urans geheimgehalten. Unklar

bleibt auch, ob es in dem angegebenen Zeitraum (1981-1990) oder danach noch

weitere Fälle gab, bei denen DU-Munition verschossen wurde, oder weitere Unfälle.

Und schließlich stellt sich die Frage, wieviel Gefahr heute noch von der Uranmunition

der US-Streitkräfte in Deutschland ausgeht. Zwar erklärte das US Headquarter in

Heidelberg Mitte Januar, dass die US-Panzer in Deutschland heute nicht mehr mit

Uranmunition bestückt seien, doch überprüfen kann dies wohl niemand. 73

Am 18. Januar teilte das bayrische Umweltministerium mit, die genannten Orte auf

eine mögliche radioaktive Verseuchung untersuchen zu lassen. 74 Zumindest in

Gollhofen und Grafenwöhr wurde dabei keine erhöhte Strahlung festgestellt. 75 Dass

diese Messungen wohl eher medial inszenierte Leerlaufhandlungen waren, macht

 

der Umstand deutlich, dass bspw. in Grafenwöhr Messungen nur im Umfeld, also

außerhalb des Militärareals vorgenommen wurden; für das Gelände selbst haben die

US-Streitkräfte bislang keine Genehmigung erteilt.76 Auch von Untersuchungen

hinsichtlich einer möglichen toxischen Verseuchung war keine Rede.

Weitere Verdachtsfälle

Die Enthüllungen von Januar 2001 waren nicht die einzigen – nunmehr bestätigten -

Hinweise darauf, dass die strahlenden und hochgiftigen Geschosse auch in

Deutschland verwendet wurden. Bereits Jahre zuvor gab ein ehemaliger USSoldat in

einem Fernsehinterview an, dass auch auf den Militärbasen in Miesau (zwischen

Kaiserslautern und Neunkirchen) und Baumholder bei Idar-Oberstein (beide

Rheinland- Pfalz) Uranmunition getestet wurde. 77…

Auch bei dem Absturz einer A-10 in Remscheid (NRW) am 8. Dezember 1988 wird

vermutet, dass dabei freigesetztes DU die Absturzstelle verseuchte. Damals starben

sieben Menschen, 50 wurden verletzt. In den Jahren danach erkrankten mehr als

hundert Menschen aus der Nachbarschaft des Absturzortes wie auch Helfer des

Technischen Hilfswerks an Hautentzündungen (Dermatitis), Nervenentzündungen

und verschiedenen Arten von Krebs, ein Kind verstarb. Vermutungen, daß die A-10

Uranmunition an Bord hatte, dementiert das US-Militär jedoch beharrlich. 78 Im

Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums soll nun der Fall von einem

unabhängigen Institut untersucht werden.79

Weitere Abstürze von A-10-Bombern ereigneten sich am 17. September 1981 bei

Kaiseringen (bei Albstadt, Baden- Württemberg), am 23. März 1982 bei Herford

(NRW), am 28. Juli 1983 zwischen Esterwegen (Niedersachsen) und Ahaus (NRW),

am 10. August 1984 bei Wiesbaden (Hessen) und am 22. November 1999 auf dem

US-Luftwaffenstützpunkt in Spangdahlem (nordöstlich von Trier, Rheinland-Pfalz).

Ob die Maschinen zum Absturzzeitpunkt DU-Munition an Bord hatten, ist unklar. 80

Uran-Altlasten auch in Ostdeutschland?

Dass nicht nur über Westdeutschland das toxische Schwert der Uranmunition hängt,

sondern auch in der ehemaligen DDR die Gefahr durch DU virulent gewesen sein

könnte, wird seit längerem vermutet. Wie die Zeitung ”Die Welt” am 15. Januar 2001

berichtete, will sie ”aus Bundeswehrkreisen” erfahren haben, dass auf dem

Truppenübungsplatz Altmark (Colbitz-Letzlinger Heide, Sachsen-Anhalt) größere

Reste von DU-Munition vermutet werden, die die damalige Sowjetarmee dort

verschossen und nicht entsorgt haben soll.81

Das BMVg dementierte diese Meldung noch am selben Tag: ”Nach Aussagen ehem.

NVA-Stabsoffiziere verfügte die NVA nicht über DU-Munition. Ebenso ist ein

Verschuss von DU-Munition durch sowjetische Streitkräfte mit größter

Wahrscheinlichkeit auszuschließen, da trotz intensiver Munitionsräumung auf dem

TrÜbPl ALTMARK seit 1996 keine DU-Munition oder Teile davon gefunden wurden.”

82(…)

 

(…)Mittlerweile ist bekannt, dass sowohl die Rote Armee als auch die NVA sehr wohl

Uranmunition in ihren Beständen hatten, wie Verteidigungsminister Scharping am 24.

Januar bestätigte ( siehe unten).

Gefährliche Liebschaften der Bundeswehr

Nach Angaben des Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, habe

die Bundeswehr Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre auch selbst erwogen,

solche panzerbrechende DU-Munition zu beschaffen. (…) Es hat damals eine

Auseinandersetzung gegeben zwischen dem Führungsstab des Heeres,

zwischen den Rüstern und den Strahlenschutzverantwortlichen im BMVg. Im

Ergebnis ist dieser Streit vor dem Hintergrund des Umweltrisikos zu Gunsten

der Strahlenschützer ausgegangen und deswegen hat die Bundeswehr die

Munition nicht beschafft.” 83 Eine interessante Aussage, bestätigt sie doch implizit,

daß man schon damals von den Gefahren wusste und sich möglicherweise auch

deswegen gegen diese Munition entschied.

Scheibchenweise und sehr lückenhaft kamen dann Einzelheiten über die

langjährigen DU-Ambitionen der Bundeswehr ans Tageslicht, die über die von Gertz

angedeuteten Gedankenspiele auf der Hardthöhe hinausgingen. Den Anfang

machte die eidesstattliche Aussage eines ehemaligen Bundeswehr-Soldaten am 15.

Januar 2001 gegenüber dem NDR, dass er 1980 auf dem Truppenübungsplatz

Sennelager bei Paderborn (Nordrhein-Westfalen) während einer Schießübung etwa

zehn Patronen uranhaltiger Munition mit der Bordmaschinenkanone (BMK) zu

verschießen hatte, ohne jedoch über die Risiken informiert worden zu sein. 84

Die Bundeswehr wies die Information als falsch zurück: ”In der Bundeswehr wurde

und wird keine Munition aus abgereichertem Uran verwendet. Ein Verschuss solcher

Munition auf dem Truppenübungsplatz Sennelager wird nach Recherchen im

Führungsstab der Streitkräfte ausgeschlossen. (…) Wahrscheinlich ist aber, daß es

sich dabei um eine 20 mm Treibspiegel-Munition mit einem Penetrator aus Wolfram-

Schwermetall handelte.”85

Kurz darauf, am 19. Januar 2001, berichtete dann die ”Süddeutsche Zeitung”, dass

von den Firmen Rheinmetall und Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB) in den 70er

Jahren Versuche mit uranhaltiger Munition durchgeführt worden seien. Demnach

habe Rheinmetall von Anfang der 70er Jahre bis 1978 im Auftrag des BMVg auf dem

firmeneigenen Schießplatz in Unterlüß (Kreis Celle, Niedersachsen) verschiedene

Versuche mit DU-Munition durchgeführt. Es habe ”einige Beschüsse im zweistelligen

Bereich” gegeben, so bestätigte Rheinmetall den Bericht der ”Süddeutschen” bereits

am 18. Januar. Die Tests, die ”unter freiem Himmel” stattfanden, seien ”in

Abstimmung mit den Behörden” und den ”zuständigen Stellen des Bundes”, wie dem

Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, erfolgt. 86 Allein 1977 wurden dem

Gewerbeaufsichtsamt 42 Abschüsse angezeigt; da die Menge des verwendeten

Urans jedoch unter drei Kilogramm lag, bedurfte es keiner behördlichen

Genehmigung. 87 Im Anschluss sei die Anlage ”saniert” worden. 88 Auch MBB sei an

den Versuchen in den frühen siebziger Jahren beteiligt gewesen, so die

Süddeutsche” weiter. 89

 

Tests 1979 – 1996

Das Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen EADS (in der MBB 1990 aufging)

erklärte am 19. Januar, dass auch auf dem Spreng- und Schießplatz von MBB

in Schrobenhausen (Oberbayern) 17 Jahre lang, von 1979 bis 1996, DUMunition

getestet wurde. 90 Vor Jahren schon machte eine örtliche

Bürgerinitiative in Schrobenhausen darauf aufmerksam, daß in der Gegend in

den 80-er Jahren besonders viele Erkrankungen aufgetreten seien. 91 Die

Genehmigungen für die Uranmunition-Tests erteilte das bayrische Landesamt

für Umweltschutz für den Zeitraum von März 1979 bis April 1996; danach

durften ”auf dem Firmengelände in geschlossenen Behältern Schieß- und

Sprengversuche mit natürlichem oder abgereichertem Uran gemacht werden,

in einem Gesamtumfang von maximal 20 Kilogramm”. 92 Auftraggeber für die

Experimente war das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz. 93

Aus den Mitteilungen von EADS lässt sich schließen, dass auch bereits vor März

1979 Versuche in Schrobenhausen stattgefunden haben. So erklärte der EADSSprecher

Rainer Uhler, dass in den 70er Jahren ”eine auf wenige Tage beschränkte

Versuchsreihe von Rheinmetall durchgeführt” wurde.94 Auch nach Aussagen von

MBB-Mitarbeitern, die damals an den Tests beteiligt waren, seien in Schrobenhausen

in den 70er Jahren von der Firma Rheinmetall Tests mit uranhaltiger

Schiffsabwehrmunition unter freiem Himmel durchgeführt worden; die Materialien

seien anschließend ordnungsgemäß entsorgt worden. 95 Unklar bleibt dabei, ob die

Versuche vor März 1979 eine Genehmigung hatten und ob neben Rheinmetall auch

andere Firmen Versuche durchführten. (…)

Am 24. Januar 2001 berichtete erneut die ”Süddeutsche Zeitung”, dass das BMVg

am 29. Oktober 1986 (unter dem damaligen Minister Manfred Wörner/CDU) eine

Machbarkeitsstudie bei dem Rüstungsunternehmen Dynamit Nobel in Auftrag

gegeben hatte, in der das Unternehmen die Modalitäten (Kosten, Umweltauflagen,

Zeitrahmen etc.) und mögliche Probleme für den Bau einer Fertigungsanlage für

Uranmunition untersuchen sollte. Dynamit Nobel hätte auf

Dekontaminierungsprobleme und auf rechtliche Hürden (wie die damalige

Atomgesetzgebung) aufmerksam gemacht, so ein Firmensprecher. 96 (…)

Im April 1987 hätte sich das BMVg gegen den Bau einer solchen Anlage

entschieden, da man fürchtete, dass die Produktion von Uranmunition

angesichts des politischen Umfelds nicht durchzusetzen” sei. 97 Auch in

diesem Falle gab sich das BMVg unwissend; die Aktenlage werde geprüft. Klar

ist zumindest, dass das Parlament nie informiert wurde. Am 29. Januar 2001

berichtete nunmehr ”Der Spiegel”, dass die Bundeswehr noch in den 90er

Jahren Forschungen zu Uranmunition durchführen ließ, 1991 unter Minister

Gerhard Stoltenberg etwa, als ein deutsch-französisches Forschungsinstitut in

Saint-Louis gemeinsam mit den USStreitkräften Studien über das

Durchschlagverhalten” von DU-Geschossen erstellte oder 1993 unter Minister

Volker Rühe, als das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik Untersuchungen

zur ”Penetrator-Optimierung”, u.a. auch mittels Uran-Legierungen

durchführte.98

Im Strudel der Enthüllungen erklärte Verteidigungsminister Scharping am 24.

Januar – entgegen aller bisherigen Aussagen -, dass die Bundeswehr rund

1.500 uranhaltige Lenkflugkörper der sowjetischen Kampfflugzeuge vom Typ

MIG 29 aus den Beständen der NVA und der Westgruppe der Roten Armee

übernommen hatte und dass davon ”möglicherweise” acht bis zehn dieser DUGeschosse

in den neunziger Jahren verschossen wurden; 1.000 der

Geschosse seien ”entsorgt”, die restlichen 500 durch Entfernung des

Urankerns umgerüstet worden. 99 Auch darüber wurde das Parlament nicht

informiert. Noch heute sind die genauen Umstände unklar, so bspw., was

genau unter ”Entsorgung” zu verstehen ist. Meint dies eine kontrollierte

Vernichtung, eine ordnungsgemäße Endlagerung der Uranteile oder lediglich,

daß der Rüstungsschrott irgendwo verbuddelt wurde?

Ein erstes Fazit

Das Ausmaß der bisherigen Enthüllungen macht deutlich, wie wenig das Treiben des

Militärs auch in sogenannten Demokratien einer parlamentarischen Kontrolle

unterliegt. Dreißig Jahre lang konnte die Bundeswehr an radioaktiver und

chemotoxischer Munition experimentieren und damit Mensch und Umwelt nachhaltig

gefährden, ohne dass der Verteidigungsausschuß des Parlaments oder gar die

Bürger – die die Kriegsspiele der Waffennarren schließlich finanzieren müssen -

informiert, geschweige denn gefragt wurden. Die Arroganz, mit der das Militär

Informationen (…) zurückhält, veranschaulicht einen grundlegenden Fehler in der

Definition der Rolle des Militärs in Staat und Gesellschaft. Es widerspricht jedweder

demokratischen und rechtsstaatlichen Logik, dass das Militär die Fakten schafft, um

deren Offenlegung Politik und Öffentlichkeit dann betteln müssen.

Wieviel auch weiterhin verheimlicht wird ist völlig unklar. Falls die Aussagen von

Angelika Beer (Grüne) im Verteidigungsausschuß am 17. Januar 2001 stimmen,

dass sich das BMVg noch 1995 für einen Verzicht auf Uranmunition entschieden hat,

100 so hieße das, dass auch noch vor kurzem für das deutsche Militär die DU-Option

bestand – und vielleicht auch weiter besteht – und dass es wahrscheinlich ist, dass

dann auch zumindest bis 1995 Versuche mit DU-Munition stattgefunden haben

könnten. Nicht nur eine restlose Aufklärung der Vorfälle ist vonnöten, sondern eine

wirkliche, d.h. unabhängige zivilgesellschaftliche Kontrolle des Militärs.

 

6. Notwendige Maßnahmen

Angesichts der äußerst gravierenden Folgen des Einsatzes von Urangeschossen

haben sich zahlreiche internationale Akteure und Institutionen in eindeutiger Weise

gegen diese Waffen gewandt und eine Vielzahl von dringend einzuleitenden

Maßnahmen gefordert.

So hat ein Team irakischer Forscher und Ärzte dringend angemahnt, dass die

Besatzungsmächte im Irak Vertretern des Umweltprogramms für die Vereinten

Nationen (UNEP) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlauben sollen, ein

umfassendes Untersuchungsprogramm im Irak durchzuführen, um die Schäden an

der menschlichen Gesundheit sowie an der Umwelt, die durch diese Waffen seit

1991 verursacht wurden, feststellen zu können sowie der irakischen Bevölkerung und

den Kindern zu helfen, mit den Folgen der durch DU verursachten gesundheitlichen

Schäden fertig zu werden.

Denn:

(…) „die Besatzungsmächte im Irak verleugneten und verschleierten vorsätzlich

die Arten, Einsatzorte und Mengen von Waffen, die verwendet wurden (…)

Die Besatzungsmächte verboten dem Umweltprogramm für die Vereinten

Nationen (UNEP), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen

internationalen Agenturen, irgendwelche Untersuchungsprogramme

durchzuführen, um die Gesundheitsrisiken bezüglich dieser radioaktiven

Schadstoffe gegenüber der irakischen Bevölkerung aufzudecken.

(…)

Forschungsprogramme und Geländeuntersuchungen haben zweifelsfrei

bewiesen, dass das Vorhandensein von DU in Beziehung zu setzen ist mit der

radioaktiven Kontamination im größten Teil des Irak (außer in der nördlichen

Region des Kurdestan).

Veröffentlichte epidemiologische Studien in Basra stellen eine eindeutige

Korrelation zwischen der Belastung mit radioaktiver Niedrigstrahlung auf Grund

von DU und der vielfältigen Zunahme von bösartigen Tumoren, genetischen

Deformationen und vielfachen Mißbildungen in Gebieten her, die nachweislich mit

DU kontaminiert wurden.“101

In einer am 19. Juni 2004 in Berlin verabschiedeten Stellungnahme von

Sachverständigen, Ärzten und Wissenschaftern über die Folgen des Einsatzes von

Uranmunition wird in diesem Sinne gefordert, dass insbesondere die offiziellen USamerikanischen

und die britischen Stellen ihre Blockade- und Vertuschungspolitik

aufgeben.102

Die Bandbreite der insgesamt notwendigen Maßnahmen verdeutlicht eine im Jahr

2000 vom Antidiskriminierungsnetzwerk MSD e.V. (Berlin) formulierte und von vielen

Friedensgruppen103 getragene Resolution. Diese verweist noch einmal auf die

immense Halbwertzeit von Uran (4,5 Milliarden Jahre), die langfristige Bildung

radiologisch gefährlicher Zerfallsprodukte des Urans und die damit verbundene

chemische und radiologische Toxizität von abgereichertem Uran wie auch seiner

Verbindungen, die vorhersehbar nachhaltige Schäden für Mensch, Tier, Pflanze und

die ökologischen Kreisläufe erzeuge.

Mit Blick auf die militärische Verwendung von DU wird betont, dass diese vielfältig

gegen gültiges humanitäres Völkerrecht verstößt, u.a. den Grundsatz der nicht

unbeschränkten Wahl von Kriegsmitteln und -methoden (Art. 22 Haager

Landkriegsordnung HLKO), gegen Art. 35 Zusatzprotokoll I zu den Genfer

 

Abkommen (ZP I), das Verbot der Verursachung unnötiger Leiden und überflüssiger

Verletzungen (Art. 23 Abs. 1 e HLKO; Art. 35 Abs. 2 ZP I), gegen den Grundsatz der

unterschiedslosen Kriegsführung (Art. 51 Abs. 4 c und 5 b ZP I) sowie der

Anwendung von Giftwaffen (Art. 23 Abs. 1 a HLKO). Die Erklärung erinnert zudem

daran, dass Einsatz und Gebrauch von DU gültigen Grundsätzen des internationalen

Umwelt- und Menschenrechtsschutzes zuwiderläuft und sich – wie in Resolution

1996/16 der UN-Menschenrechts-Unter-Kommission festgestellt wird – gegen das

Recht auf Leben richten. Auf dieser Grundlage werden gefordert:

1) Ächtung von Verwendung, Entwicklung, Produktion, Transport, Lagerung und

Besitz von DU-Munition und DU-Panzerung sowie jeglicher weiteren militärischen

DU-Nutzung;

2) Medizinische Versorgung aller DU-Opfer, insbesondere der Kinder;

3) Vernichtung aller DU-Munitions- und -Kriegsgerätebestände und sichere

Endlagerung des Urans in stabiler chemischer Verbindung;

4) Verbot der zivilen Nutzung von DU wegen der zukünftigen oder bereits

eingetretenen Freisetzung von Uran und seinen Verbindungen bei Unfällen;

5) Dekontamination aller DU-verseuchten militärischen und zivilen Geräte;

6) Dekontamination aller DU-verseuchten Gebiete. Hierzu gehören neben

Kriegsschauplätzen auch militärische Übungsplätze und sonstige Einsatzgebiete;

7) Umwandlung der weltweit etwa 2-3 Millionen Tonnen DU in Form von chemisch

nicht hinreichend stabilem Uranhexafluorid in das stabile Uranoxid und dessen

sichere Endlagerung;

8) Ahndung von militärischer DU-Anwendung als Kriegsverbrechen (gemäss Art. 85

Abs. 3 b ZP I Art. 6 b IMT-Statut; Art. 2 c, 3 a und b ICTY-Statut; Art. 8 Abs. 2 b

Rom-Statut);

9) Beseitigung der Folgeschäden von DU-Anwendung gemäss allgemeinen

(völker)rechtlichen Haftungsgrundsätzen;

10) Schaffung eines Zentrums zur weltweiten Dokumentation aller DU-verseuchten

Gebiete, insbesondere der Kriegsschauplätze, militärischen Übungsplätze,

Unfallstellen.

In eine sehr ähnliche Richtung geht die International Petition der ICBUW

(Internationale Koalition für ein Verbot von Atomwaffen), die zudem explizit einen

sofortigen Stopp des Einsatzes von Uranwaffen, Gesundheitserhebungen bei den

Opfern von Uranwaffen und Umweltuntersuchungen in den betroffenen Gebieten

sowie – neben der medizinischen Behandlung – die Entschädigung der Opfer von

Uranwaffen fordert und den Vertragsentwurf für eine entsprechende Konvention

vorbereitet hat ( www.bandepleteduranium.org). 104

Angesichts der – von der Subkommission der UN-Menschenrechtskommission

mehrfach festgestellten – Unvereinbarkeit der Verwendung von Uranmunition mit

dem bestehenden Völkerrecht und den Menschenrechten 105wächst weltweit die

Unterstützung für ein Abkommen zur Ächtung von Uranwaffen. Im Jahr 2006 hat das

Europäische Parlament seine drei früheren Aufrufe für ein Moratorium dadurch

bekräftigt, dass es zur Einführung eines totalen Verbots aufrief, in dem Uranwaffen

zusammen mit weißem Phosphor als inhuman eingestuft wurden.106 In den

Vereinigten Staaten hat die zunehmende Sorge um die gesundheitlichen Folgen von

Uranmunition einzelne Bundesstaaten dazu veranlasst, Testverfahren für

heimkehrende Soldaten einzuführen.107 Ein wichtiges politisches Signal stellt zudem

die einstimmig getroffene Entscheidung der nationalen Verteidigungskommission des

belgischen Parlaments dar, die am 7. März 2007 übereinkam, den Einsatz von

 

Munition und Panzerplatten aus abgereichertem Uran auf belgischem Territorium zu

verbieten. Dieses Verbot umfasst die Herstellung, den Einsatz, die Lagerung, den

Verkauf, die Anschaffung, die Lieferung und den Transit dieser Waffensysteme. 108

Mit über 80 Mitgliedorganisationen weltweit bietet die ICBUW die bisher beste

Möglichkeit, um ein globales Anwendungsverbot von allen Arten von Uranwaffen zu

erreichen. Mit der Verbreitung eines Konventionsentwurfs für eine Ächtung von

Uranwaffen folgt die ICBUW dem erfolgreichen Beispiel der internationalen

Kampagne zur Ächtung von Landminen. Dazu ist eine breite Mobilisierung

notwendig, mit der die Informationsarbeit intensiviert und auf die politischen

Entscheidungsebenen Einfluss genommen werden kann. ICBUW fordert daher dazu

auf,

1) an die Parlamentsmitglieder und Verteidigungsminister zu schreiben und die

Besorgnis bzgl. der Uranwaffen mitzuteilen,

2) Kontakt mit der ICBUW aufzunehmen, um weitere Informationen zu erhalten,

3) Veranstaltungen zu organisieren, um Spenden für die Unterstützung der

ICBUW zu sammeln,

4) die unabhängige Forschung zu den Auswirkungen der Uranmunition zu

unterstützen;

5) im Internet die Petition für eine internationale Ächtung der Uranmunition zu

unterzeichnen (www.icbuw.org).

Kontakt: ICBUW (internationales Büro), Bridge 5 Mill, 22a Beswick Street, Ancoats,

Manchester, United Kingdom, M4 7HR

 

Wissenschaftliche Literatur

Übernommen aus der Literaturliste von Professor Schott (s. Anm. 33

Doug Rokke, „Depleted Uranium, Uses and Hazards“, in:

http://www.iacenter.org/depleted/duupdate.htm, June 1, 2003, Compare Leuren

Moret, Forward to „Discounted Casualties: The Human Cost of Depleted Uranium“ by

Akira Tashiro, in: http://www.mindfully.org/Nucs/DU-Casualties_Tashiro2001.htm,

(June 2001), June 24, 2003 and Moret, „Depleted Uranium: devestation at home and

abraod“, in http://www.wagingpeace.org/articles/02.01/020117moret.htm, (2002)

June 24, 2003.

Roth/Daunderer, The Poison List, Landsberg/Lech, 84th Edition, July 2000. Compare

Ralph Graeub, The Petkau Effect (In German: Katastrophale Folgen niedriger

Radioaktivität), Bern 2 1990

A.C. Miller, „Genomic instability in human osteoblast cells after exposure to depleted

uranium: delayed lethality and micronuclei formation“, in: Journal of Environmental

Radioactivity 64 (2003), pp. 247-259;

H. Schröder et al., „Chromosome Aberration Analysis in Peripheral Lymphocytes of

Gulf War and Balkans War Veterans“, in: Radiation Protection Dosimetri, V. 103:3,

pp. 211-219 (2003);

P. Horan et al., „The quantitative analysis of depleted uranium isotopes in British,

Canadian, and Gulf War veterans“, in: Military Medicine, V. 167:8, pp. 620-627

(2002);

M.A. McDiarmid et al., „Health effects and biological monitoring results of Gulf War

veterans exposed to depleted uranium“, in: Military Medicine, V. 167; 2 Suppl., pp.

123-124 (2003);

2003 Recommendations of the European Committee on Radiation Risk (ECRC):

Health Effects of Ionising Radiation Exposure at Low Doses for Radiation Protection

Purposes, Regulator’s Edition, Brussels 2003;

Letter from Leuren Moret to Congressman McDermott, in:

http://www.mindfully.org/Nucs/2003/Leuren-Moret-Gen-Groves21feb03.htm,

(February 21, 2003), June 24, 2003;

Frida Berrigan „Weapon of Mass Deception“, in: In These Times Online,

http://inthesetimes.com/comments.php?id=253_0_1_0_C, (June 20 2003) June 30,

2003 and

Alex Kirby, „Depleted uranium study `shows clear damage´“, in: BBC Online,

http://www.news.bbc.co.uk/1/hi/sci/tech/431817.htm (August 27, 1999), June 30,

2003. Compare the UNEP reports, 2002/2003, Borst, 2003. and Farley, 2003.

 

Quellennachweise und Anmerkungen

1 (lat. nanus =Zwerg“), Nanometer: Längeneinheit = 1 Milliardstel Meter = 1 nm = 10

hoch minus neun Meter. Partikel von unvorstellbarer, „submikroskopischer“

Winzigkeit.

2 ICBUW, Internationale Koalition für ein Verbot von Uranwaffen; Informationen zu

Uranwaffen, in: Zeit-Fragen Nr. 11 vom 19. März 2007, S. 9f.

www.icbuw.org, Übersetzung: Zeit-Fragen.

3 „Urangeschosse und Miniaturbomben: Amerikanische Massenvernichtungswaffen

an den Grenzen der Legalität“, Studentische wissenschaftliche Ausarbeitung von

Sirko Salka im SS 2003, FU Berlin, Seminar Prof. Vilmar, S. 6

4 Vgl.Ralf Cüppers (HG)/Deutsche Friedensgesellschaft: Urangeschosse, Flensburg

2002, Seite 3

5 Vgl. Piotr Bein / Karen Parker, Vertuschung von Uranwaffen – ein Verbrechen

gegen die Menschheit, in: Politics and Environmental Policy in the 21th Century,

Belgrad 2003, S. 3

6 Rosalie Bertell, «Depleted Uranium: All the Questions About DU and Gulf War

Syndrome are not yet Answered», in: International Journal of Health Services, 2006,

Volume 36, Nummer 3, Seiten 504, 507, in: Zeit-Fragen Nr. 41 vom 11. Oktober

2006, Seite 3

Rosalie Bertell gründete das International Institute of Concern for Public Health in

Toonto/Kanada und war bis 1996 dessen Vorsitzende. Sie war Gründungsmitglied

der International Medical Commission mit Sitz in Genf und beschäftigt sich seit 1970

mit umweltbedingten Krankheiten. Sie war Vorsitzende des internationalen

medizinischen Auschusses, der sich mit den Folgen der Chemiekatastrophe im

indischen Bhopal befasste und organisierte eine Kommission, die die medizinischen

Folgen des Super-GAU von Tschernobyl untersuchte.

7 BAE CSR statement:

www.baesystems.om/corporateresponsibility/2003/stakeholders/index1.htm

8 Leaked US Army transport letter: www.bandepleteduranium.org/en/a/113.html

9 United Nations Environment Programme Recommends Precautionary Action

Regarding Depleted Uranium In Kosovo UNEP press release, March 2001.

tinyurl.com/26pfck

10 Salka verweist sogar auf die Schätzung einer weitaus größeren Menge – 900

Tonnen Uranmunition – die damals in der Golfregon verblieben sind: Arbuthnot,

Felicity: Vergiftetes Erbe. Über die Zunahme von Krebs und Mißbildungen seit dem

Golfkrieg, in: Göbel, Rüdiger/Guilliard, Joachim/Schiffmann, Michael: Der Irak. Ein

belagertes Land, Köln 2002, Seite 138

11 Sirko Salka; a. a. O., Seite 8ff.(Fn. 3)

 

12 Siegwart-Horst Günther, Uran-Geschosse: Schwergeschädigte Soldaten,

mißgebildete Neugeborene, sterbende Kinder, eine Dokumentation der Folgen

des Golfkriegs, 1993-1995, Freiburg 2000, S. 22

13 Bein/Parker, a. a. O., S. 8 (Fn. 5)

14 Bein/Parker, a. a. O., S. 8 (Fn. 5)

15 Bein/Parker, a. a. O., S. 9 (Fn. 5)

16 Bein/Parker, a. a. O., S. 8 (Fn. 5)

17 Bein/Parker, a. a. O., S. 6 (Fn. 5)

18 Siegwart-Horst Günther a. a. O., S. 23 f (Fn. 12)

19 Günther, Siegwart-Horst, a. a. O., S. 21 (Fn. 12)

20 Cüppers, a. a. O., S. 8 (Fn. 4)

21 Siegwart-Horst Günther, a. a. O., S. 24 (Fn. 12)

22 Bein/Parker, a. a. O., S. 9 (Fn. 5)

23 Joachim Guilliard,: „Golfskriegs-Syndrom“ im Irak. Einige Studienergebnisse über

die Auswirkungen des Krieges auf Umwelt und Gesundheit, in: Göbel,

Rüdiger/Guilliard, Joachim/Schiffmann, Michael: Der Irak. Ein belagertes Land, Köln

2002, S.158

24 Rosalie Bertell, a. a. O. (vgl. Fn. 6)

25 Committee Examining Radiation Risks of International Emitters (CERRIE), Final

Report, www.cerrie.org, sponsored by the UK Dept. of Health and DEFRA.

26 Uranyl acetate induces hprt mutations and uranium-DNA adducts in Chinese

hamster ovaries. Stearns et al. Mutagenis 2005; 20: 417-423

27 Short-term effects of depleted uranium on immune status in rat intestine.

Dublineau I et al, Journal of Toxicology and Environmental Health. 2006 Sep; 69(17):

1613-28

28 Presentation of European Parliament by Dr Keith Baverstock, formerly of the

WHO, Full text: www.bandepleteduranium.org/en/a/24.html

29 So müssen wir es hinnehmen, dass in den von uns zitierten Berichten u.a. von

sehr verschiedenen, in jedem Fall aber katastrophalen Opfer-Zahlen berichtet wird.

R. Cüppers nennt (Fn. 4), 2002 250 000 am „Golfkriegssyndrom“ erkrankte USVeteranen

und 10 000 verstorbene, S.-H. Günther nennt 2003 in einem Vortrag,

unter Berufung auf den Präsidenten der US-Golfkrieg-Veteranen, weniger als die

Hälfte dieser Zahlen: 50-80 00 Erkrankte, 2.400 – 5.000 (!) Verstorbene (Fn. 19)

 

30 Dan Fahey, Science Or Science Fiction. Facts, Myths and Propaganda In the

Debate Over Depleted Uranium Weapons,12. März 2003: http://www.wiseuranium.

org/pdf/dumyths.pdf

31 In dieselbe Richtung, die Verharmlosung auf die Spitze treibend, geht die

Argumentation von Ronald Bailey (in der amerikanischen Zeitschrift REASON vom

26. 3. 2003). Danach werden 98 – 99,4 % des DU mit der Verdauung

ausgeschieden, und die große Mehrheit des verbleibenden DU und des Uranstaubes

wird umgehend („rapidly“) durch den Blutkreislauf und die Nieren gereinigt, sodaß die

Berührung mit DU keinerlei erkennbare („detectable“) Gesundheitseffekte

hervorbringt … bei einer realistischen (!) Analyse der eingenommenen Dosen.

32 UNEP, Depleted Uranium im Kosovo. Post-Conflicct Environmental Assessment.

First publ. in Switzerland (Geneva) 2001.

33 Englisch, auch ins Deutsche übersetzt in der (privat gedruckten) Schrift von Prof.

Albrecht Schott: Fluch und Tragödie des Uranmissbrauchs. Dort auch Näheres über

die von Prof. Schott zur Finanzierung seiner DU-Schäden-Forschung gegründeten

Vereinigung WODUC (World Depleted Uranium Centre). Zu beziehen bei Prof. A.

Schott, Harnackstr. 18, 14195 Berlin

34 UNEP, a.a.O. (F.note 32)

35 Bertell, Rosalie,a.a.O., S. 516 (Fn. 6)

36 Siegwart-Horst Günther, Medizinische Folgen von Kriegen für die Bevölkerung:

Der Golfkrieg 1991, Vortrag, gehalten am 29. 1. 2003

37 Siegesmund von Ilsemann, Waffen aus der Atomfabrik, in: Der Spiegel Ausgabe 4

vom 22. 1. 2001, S. 24f

38 Le Courrier des Balkans, Übersetzung von Persa Aligrudic; Erstveröffentlichung

am 27.9.06, online am 2.10.06, abgedruckt in: Zeit-Fragen Nr. 41 vom 10. Oktober

2006 , S. 2

39 Le Courrier des Balkans, a.a.O.

40 Helen Caldicott, Atomgefahr USA. Die nukleare Aufrüstung der Supermacht.

München 2003, ISBN 3-7205-2385-3, S. 268 ,abgedruckt in: Zeit-Fragen Nr. 41 vom

10. Oktober 2006, S. 2

41 Helen Caldicott, a.a.O., S. 267f.

42 Als die Bäume mitten im Sommer ihre Blätter verloren, in: Zeit-Fragen Nr. 41 vom

11. Oktober 2006, S. 2

43 Velimir Nedeljkovic, Hauptziel war die militärische Inbesitznahme dieses Raumes,

(Januar 2007), abgedruckt in Zeit-Fragen Nr. 17 vom 30. April 2007, S. 6ff.

Professor Velimir Nedeljkovic ist Spezialist für Energiefragen und Hydrotechnik,

Fakultät für Arbeitssicherheit der Universität Nis, Serbien

 

44 Barbara Hug, Serbien – 8 Jahre nach dem Krieg der Nato, in Zeit-Fragen Nr. 17

vom 30. April 2007, S. 7

45 Asaf Durakovic, Die vorsätzliche radioaktive Verseuchung der Bevölkerung

Afghanistans, 2001 bis heute. Feldstudien decken extreme Urankontamination auf,

aus: Undiagnosed Illnesses and Radioactive Warfare, in Croatian Medical Journal,

44(5): 520-532, 2003, abgedruckt in: Zeit-Fragen Nr. 41 vom 10. Oktober 2006, S. 9

Übersetzung: Zeit-Fragen

Professor Asaf Durakovic MD, Ph. D, ist Direktor der medizinischen Forschung am

Uranium Medical Research Center UMRC, Professor für Radiologie und

Nuklearmedizin.

46 Chris Busby, Wie der Uranstaub aus dem Irak nach England kam, abgedruckt in:

Zeit-Fragen Nr. 41 v. 11. Oktober .2006, S. 11, (Übersetzung Zeit-Fragen)

47 Quelle: www.repubblica.it vom 9. Oktober 2007

Übernommen aus Zeit-Fragen Nr. 41 vom 15. Oktober 2007

48 Aus Zeit-Fragen Nr.40 vom 8.10.2007, Seite 3

49 „Nachdenken über den Jugoslawien-Krieg“, Zeit-Fragen Nr.9 vom 5.3.2007 S. 9

50 Jörg Becker, Mira Beham: Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod, Nomos

Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-1900-7

51 WHO Guidance on Exposure to Depleted Uranium For Medical Officers and

Programme Administrators. tinyurl.com/aegbx

52 Interview, BBC Radio 4 Today Program, Nov 2006. tinyurl.com/2do8yw

53 Barbara Hug a. a. O. (Fn. 44)

54 Barbara Hug a. a. O. (Fn. 44)

55 Dr. med. Angelika Claußen, Vortrag auf dem IPPNW-Kongress 2004 „Atomwaffen

& Atomenergie in einer instabilen Welt“ (7.-9. Mai 2004 in Berlin). Thema: Die

Auswirkungen von abgereichertem Uran (Depleted Uranium – DU) auf die

Gesundheit der Menschen.

56 Nuclear Policy Research Institute (July 2003), Depleted Uranium: Scientific Basis

for Assessing Risk. Quelle: http://www.atomkongress.de/

57 Titel der Untersuchung: «Measurements of daily urinary uranium excretion in

German peacekeeping personnel and residents of the Kosovo region to assess

potential intakes of depleted uranium (DU)» was verkürzt gesagt bedeutet, dass

diverse Messungen des Urangehaltes im Urin bei den Soldaten und der Bevölkerung

vorgenommen wurden. Die Autoren der Studie sind U. Oeh, N.D. Priest, P. Roth,

K.V. Ragnarsdottir, W.B. Li, V. Höllriegl, M.F. Thirlwall, B. Michalke, A. Giussani, P.

Schramel und H.G. Paretzke.

 

Quelle: Zeitschrift ScienceDirect, (www.sciencedirect.com), April 2007, Artikel über

die gesundheitliche Belastung von Friedenstruppen aus Deutschland auf dem Balkan

sowie von Einwohnern der Kosovoregion, unter dem Aspekt der Kontamination mit

Depleted Uranium. (ScienceDirect, 381 (2007) 77-87. )

Übernommen aus Zeit-Fragen Nr.31 vom 6. August 2007

58 Jörg Becker, Mira Beham: a. a. O., S. 35 (F.n. 50)

59 Siegwart-Horst Günther a. a. O. (Fn. 36)

60 Dr. med. Ralf Cüppers, (Deutsche Friedensgesellschaft, Vereinigte

KriegsdienstgegnerInnen), Halbe Wahrheiten und ganze Lügen – wie die

Gesundheitsgefährdung durch Uranmunition kleingeredet wird. www.uranmunition.de

61 Kristian Zitzlaff, Uranmunition in Deutschland, in: AMI (Anti-Militarismus-

Information), Februar 2001

62 Peter Strutynski, Stolpert Scharping über die Uran-Geschosse?

Der Verteidigungsminister informiert nur darüber, was zuvor die Zeitungen

berichteten, www.uni-kassel.de/fb10/frieden/ themen/DU-Geschosse/versuche. Html

63 Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Bernd Wilz vom 12. 6. 95 über:

www.bundeswehr.de/cgi-bin/w3-msql/news/aktuelles/bw_get_news.html?id=674,

Anlage 1

64 Schreiben des Staatsministers im Auswärtigen Amt Helmut Schäfer vom 9.10.97,

über:www.bundeswehr.de/cgi- bin/w3-msql/news/aktuelles/

bw_get_news.html?id=674, Anlage 2

65 Junge Welt, 10.1.01

66 Zit. nach: Frankfurter Rundschau (FR), 10.1.01; am selben Tag kündigte

Scharping an, ermitteln zu lassen, welche Munition durch ausländische Streitkräfte in

Deutschland verwendet wird. Vgl.: Junge Welt, 10.1.01

67 FR, 11.1.01

68 ebd.

69 FR, 19.1.01; der Vorfall in Gollhofen ereignete sich am 20.9.88 während des

NATOManövers ”Reforger”, als ein Panzer aufgrund einer undichten Benzinleitung

Feuer fing. Vgl.: Netzeitung, 19.1.01, www.netzeitung.de/servlets/page?

section=784&item=127319; Der Spiegel 4/01 (22.1.), S. 23

70 Vgl.: www.bundeswehr.de/ cgi-bin/w3-msql/news/aktuelles/

bw_get_news.html?id=684; in Schweinfurt geriet am 28.2.85 ein Panzer aufgrund ei -

nes Kurzschlusses in Brand. Unklar ist in den genannten Auflistungen, ob in

Grafenwöhr ein, zwei oder drei ”Vorfälle” stattgefunden haben, denn eine Woche

zuvor war von einem dortigen Vorfall in 1987 die Rede, nun wird ein Vorfall 1986

 

genannt ”sowie ein bereits bekannter” in 1988. Vgl.: Netzeitung, 19.1.01,

ww.netzeitung.de/servlets/page?section=784&item=127319

71 Der Spiegel 4/01 (22.1.), S. 25

72 Zit. nach: FR, 2.2.01

73 Süddeutsche Zeitung (SZ), 11.1.01; hingegen gehörte DUMunition nach Aussage

der Sprecherin des US-Hauptquartiers in Heidelberg, Elke Herberger, bis zum Ende

des Kalten Krieges zur Standardbestückung der US-Panzer. Vgl.: Netzeitung,

19.1.01, www.netzeitung. de/servlets/page?section=784&item=127319

74 FR, 19.1.01

75 SZ, 20./21.1.01

76 SZ, 26.1.01

77 Marion Küpker, Abgereichertes Uran (DU=depleted uranium), das Agent Orange

der 90-er Jahre, in: atomwaffenfrei 3/99 (September), S. 5

78 Der Spiegel 3/01 (15.1.), S. 120

79 Berliner Zeitung, 25.1.01

80 Vgl.: Anlage 5 zu Frage 3 der Kleinen Anfrage der PDS Fraktion (BT-Drucksache

14/4059), Antwort vom 1.12.00 (BT-Drs. 14/4867);

81 Die Welt, 15.1.01

82 Telefax des BMVg vom 15.1.01, über: www.bundeswehr. de/cgi-bin/w3-msql/news/

aktuelles/bw_get_news.htm l?id=674, Anlage 3

83 Interview im NDR 4 vom 16. Januar 2001, www.ndr4.de/interviews/

200101162.html

84 SZ, 17.1.01; in diesem Kontext wies der Naturschutzbund Deutschland darauf hin,

daß in der Nähe des TÜP Sennelager die Zahl der Krebstoten seitdem stark

gestiegen sei.

85 Zit. nach: www.bundeswehr. de/cgi-bin/w3-msql/news/ aktuelles/bw_get_news.htm

l?id=679; zugleich erklärte das BMVg am 16. Januar, daß man jedoch nicht

ausschließen könne, daß DU-Munition zumindest getestet worden ist. Vgl.: SZ,

17.1.01

86 SZ, 19.1.01; im Ergebnis hätte man sich dann für Wolfram entschieden.

87 SZ, 22.1.01

88 Focus 4/01 (22.1.), S.29

 

89 SZ. 19.1.01

90 Der Spiegel 4/01 (22.1.), S.25

91 SZ, 20./21.1.01

92 Zit. nach: Netzeitung, 19.1.01, www.netzeitung.de/ servlets/page?section=784&ite

m=127319

93 ebd.

94 zit. nach: Netzeitung, 19.1.01, www.netzeitung.de/servlets/page?

section=784&item=127319

95 SZ, 20./21.1.01

96 SZ, 24.1.01

97 Zit. nach: SZ, 25.1.01

98 Der Spiegel 5/01 (29.1.), S.33; nach unbestätigten Informationen der Federation of

American Scientists (FAS) soll in Deutschland DU-Munition des Kalibers 120-mm für

Leopard II-Panzer produziert werden oder produziert worden sein. Wie die

Bundesregierung in einer mündlichen Fragestunde des Bundestages am 9.

November 2000 angab, lägen ihr darüber jedoch ”keine Erkenntnisse” vor. Siehe:

Rundmail von Heidi Lippmann vom 9.1.01, weitere Informationen bei: heidi.

lippmann@bundestag.de

99 FR, 25.1.01

100 Netzeitung, 17.1.01, www.netzeitung.de/servlets/page?

section=784&item=126911

101 Prof. Souad N. Al-Azzawi, Radioaktive Kontamination durch abgereichertes Uran

im Irak: Ergebnisse von Untersuchungen seit 1990, abgedruckt in: Zeit-Fragen Nr.41

vom 11. Oktober 2006, S. 6 (Übersetzung Zeit-Fragen)

Quelle: www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=AL-

20060831&articleId=3116

Frau Professor Dr. Souad N. Al-Azzawi ist ausserordentliche Professorin an der

Wissenschaftlichen und Technischen Universität Mamoun im Irak, Mitglied des

Beratungskomitees des Bertrand Russel Tribunals. Präsentation bei der dritten

internationalen ICBUW-Konferenz in Hiroschima, 3.–6.8.06

102 Sachverständigenstellungnahme, Irak-Tribunal, Berlin 19.6.2004 von Dr. med.

Angelika Claussen, Vorsitzende der IPPNW Deutschland, abgedruckt in Zeit-Fragen

Nr.11 vom 19.3.2007, S. 8, iraktribunal.de/hearing190604/claussen.htm

103 Zu den unterzeichnenden Organisationen zählten: World Depleted Uranium-

Center e.V. (Berlin); Prof. Dr. Dr. h.c. Siegwart-Horst Günther, Präsident Gelbes

Kreuz International; International Depleted Uranium Study Team IDUST, Damacio

 

Lopez, USA; MSD e.V. Antidiskriminierungsnetzwerk, c/o Prof. Dr. A. Schott (Berlin);

Juristinnen und Juristen gegen atomare, biologische und chemische Waffen. Für

gewaltfreie Friedensgestaltung IALANA (Marburg); Deutsche Sektion der

Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer

Verantwortung IPPNW (Berlin); Friedensratschlag/Kasseler Friedensforum (Kassel);

International Network of Engineers and Scientists for a Global Responsibility INES;

Naturwissenschaftler/Innen-Initiative Verantwortung für Friedens- und

Zukunftsfähigkeit (Dortmund).

104 Internationale Petition für ein Verbot von Uranwaffen, abgedruckt in Zeit-Fragen

Nr. 11 vom 19. März 2007, S.10

105 UNHCHR resolutions: 1996: tinyurl.com/yqn5qv, 1997:http://tinyurl.com/ypjn75

106 European Parliament Makes Fourth Call for DU Ban: